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"Gefertigt für Hungerlöhne" – Tchibo ausgetrickst
Eine deutsche Aktivistin hat bei Tchibo T-Shirts mit ungewöhnlichem Aufdruck bestellt. Auf einem steht "Tchibo Shirts: Gefertigt für Hungerlöhne", auf dem anderen "Dieses T-Shirt hat ein Kind für Tchibo genäht".
Der Kaffeeröster hat beide Shirts produziert, will sie jetzt aber laut einem Bericht des "Spiegel" (Online-Ausgabe) wieder zurückhaben. Als Ersatz wird der Aktivistin demnach eine Packung fair gehandelter Kaffee angeboten. Das Ziel, auf bedenkliche Arbeitsbedingungen in den Produktionsländern von Kleidung hinzuweisen, dürfte sie jedenfalls erreicht haben. |
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Selbst überrascht Durch einen Newsletter war die Bloggerin Kirsten Brodde Anfang Juni auf ein Angebot von Tchibo aufmerksam geworden. Ab 12,90 Euro könne man ein T-Shirt individuell gestalten, hieß es. Brodde, die sich schon länger mit den Arbeitsbedingungen der Textilbranche in Südostasien beschäftigt, bestellte die beiden Shirts – und war nach eigenen Angaben selbst überrascht, dass sie tatsächlich produziert wurden.
Tchibo will die zwei Shirts zwar gerne wieder zurückhaben, gibt sich laut "Spiegel" aber durchaus entspannt. Auf eine Anfrage hieß es: "Wir sind erst mal froh, dass wir durch die Aktion von Frau Brodde Lücken in unserer Qualitätssicherung entdeckt haben." Ansonsten habe man überhaupt nichts zu verbergen, jeder könne sich nach den Sozialstandards bei Tchibo erkundigen, denn in diesem Bereich mache man viel, hieß es.
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Reaktion nur bei konkreten Missständen Kritiker werfen dem Unternehmen allerdings vor, dass es immer nur punktuell reagiere, wenn man es auf konkrete Missstände hinweise. Seit dem Beginn von Protestaktionen vor knapp drei Jahren habe sich an den konkreten Arbeitsbedingungen vor Ort nichts verbessert.
In der damals kritisierten Fabrik gebe es zwar inzwischen eine Beschwerdebox, trotzdem würden die Arbeiter dort immer noch nur den Mindestlohn von derzeit monatlich 18 bis 24 Euro verdienten.
Daran müssten laut Tchibo allerdings die entsprechenden Regierungen etwas ändern. Nur die könnten die Standards der Internationalen Arbeiterorganisation (ILO) durchsetzen. Als Unternehmen stoße man hier immer wieder an "systemische Grenzen" und könne nur auf einen "dialogischen Entwicklungsprozess" setzen, erklärte das Unternehmen laut "Spiegel".
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