Nur eine Blumenerde im Test „sehr gut“

Um wachsen zu können, benötigen Pflanzen Sonne, Regen und die passende Erde, die sie mit Nährstoffen versorgt. Der Verein für Konsumenteninformation (VKI) hat 16 im Handel erhältliche Blumenerdeprodukte getestet. Das Ergebnis war enttäuschend: Nur eines schnitt „sehr gut“ ab, fast die Hälfte fiel durch.

Bereits im Vorjahr hatte der VKI Blumen- und Gartenerden aus Bau- bzw. Supermärkten und Fachgeschäften getestet. Schon damals gab es bei fast der Hälfte Mängel. Immerhin zehn von 19 Produkte schnitten „sehr gut“ oder „gut“ ab.

Qualitätsmängel bei der Hälfte der Produkte

Im aktuellen Test erhielt nur noch ein einziges Produkt die Note „Sehr gut“: Die Blumenerde „FloraSelf“ (3,08 Euro pro zehn Liter). Bei diesem Produkt passten die Nährstoffe, die Pflanzen gediehen gut. In der Erde fanden sich weder viele schädliche Keime, noch Schwermetalle oder Plastikteile. „Die österreichische Gärtnererde“ (2,95 Euro pro zehn Liter) bekam das einzige „Gut“ im Test. Sechs Blumenerden erwiesen sich im Test als „durchschnittlich“.

Zwei Produkte waren „weniger zufriedenstellend“, gleich sechs Gartenerden fielen komplett durch, weil sie mit Listerien verunreinigt waren. Darunter waren bekannt Marken wie bellaflora, Dehner, Euflor, Gardenline, Günstiger Garten und Starkl. Der VKI empfiehlt, sich zum Schutz vor Listerien nach der Gartenarbeit gründlich die Hände zu waschen.

Torfhältige Blumenerde schnitt am besten ab

„Es ist enttäuschend, dass sich das Ergebnis gegenüber dem Test aus dem Vorjahr verschlechtert hat“, so Projektleiter Christian Undeutsch. Dass ausgerechnet die beiden besten Erden Torf enthalten, schmerze dennoch. Die Torfgewinnung ist für die Umwelt höchst problematisch. Torf ist trotzdem beliebt, weil er leicht ist, das Substrat auflockert und viel Wasser speichern kann.

Bund Radieschen

help.ORF.at/Karin Fischer

Nicht bei allen Gartenerden gedeihen die Pflanzen so prächtig

Auch wenn Umweltschützer immer wieder vor der Zerstörung der Moore durch den Torfabbau warnen - vom Gesetz her darf Blumenerde Torf enthalten. „Deswegen testen wir auch torfhältige Erde“, so Undeutsch. Konsumentinnen und Konsumenten hätten es aber selbst in der Hand, troffreie Produkten zu kaufen. Immerhin die Hälfte der getesteten Gartenerden kam ohne Torf aus.

Große Preisunterschiede

Bei den getesteten Blumenerden gab es eine große Preisspanne. Die günstigste kostete 0,60 Euro pro zehn Liter (Spar) und war „weniger zufriedenstellend“. Die teuerste kostete 6,11 Euro (Seramis) und schnitt „durchschnittlich“ ab. Die beiden erstgereihten Produkte lagen im Mittelfeld. Der Preis sagt wenig über die Qualität aus.

Mitunter enthielten die Säcke weniger Erde als auf der Verpackung angegeben. Den größten Schwund gab es bei Seramis und Empfinger Premium. Die Nährstoffe lagen fast überall im Bereich der vorgegebenen Werte. Nur bei OBI Living Garden war zu wenig Stickstoff verfügbar, den Pflanzen brauchen. Fehlt Stickstoff, verfärben sich die älteren Blätter gelb.

Bioerde muss nicht torffrei sein

Wer Blumenerde kauft, erwartet sich, dass die Pflanzen darin gut gedeihen. Nur drei Produkte waren für Pflanzen auch tatsächlich gut verträglich (FloraSelf, Die Österreichische Gärtnererde, Gardenline). Bei drei Produkten (Euflor, OBI Living Garden, Spar) kümmerten die Pflanzen und wuchsen deutlich schlechter als eine Vergleichsgruppe.

Mit „Bio“ wird auch bei Erde geworben. Tatsächlich sagt die Bezeichnung „Bioerde“ aber nichts über die Qualität aus. Auch Torf darf diesen Erden zugesetzt sein. Im Gegensatz zu Biolebensmitteln gibt es bei Bioerde keine genauen Vorschriften über die Beschaffenheit. Die Erde muss lediglich für den Biolandbau zugelassen und im Betriebsmittelkatalog von InfoXgen gelistet sein. Der VKI rät, beim Kauf von Blumenerde eher auf das Österreichische Umweltzeichen zu achten. Neben anderen Kriterien ist hier Torf explizit ausgeschlossen.

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