Funktionsunterwäsche im Test

Wer trotz Eiseskälte nicht frieren möchte, kleidet sich am besten nach dem altbewährten Zwiebelprinzip. Als unterste Schicht eignet sich Funktionsunterwäsche aus Chemiefasern wie Polyester und Polyamid. Der Verein für Konsumenteninformation (VKI) hat zwölf Modelle genauer unter die Lupe genommen.

Die Testprodukte wurden sowohl im Labor, als auch in der Praxis getestet. Im Labor wurden einerseits Balastbarkeit, Scheuerbeständigkeit, Waschverhalten und Farbechtheit überprüft, andererseits wurde getestet, ob die Funktion - also die Wäremleitfähigkeit, die Wasserdampfdurchlässigkeit und die Wasseraufnahmefähigkeit - erfüllt wird.

Modelle von Falke, Odlo und Tchibo
Falke, Odlo, Tchibo
Modell von Falke (links), Odlo-Oberteil (Mitte), Tchibo Wäscheset (rechts)

Wärmegrad: „Warm“, „Extrawarm“, „Ultrawarm“ etc.

Im Praxistest beurteilten Testpersonen, ob das Material ausreichend wärmt, sich beim Schwitzen nicht nass anfühlt, ob es juckt oder kratzt oder Nähte drücken. Funktionsunterwäsche gibt es in verschiedenen Wärmegraden. Wie warm eine Wäsche ist, lässt sich am Gewicht ablesen. Eine Angabe von „150 Gramm“ lässt auf eine eher leichte Funktionsunterwäsche für die Übergangszeit schließen. Bei winterlichem Frost sollte man zu schwereren Materialien ab 280 Gramm greifen.

„Leider ist diese Angabe auf den Produktverpackungen nicht standadisiert. Nur wenige Hersteller geben das Gewicht an,“ so Testleiter Christian Undeutsch. Stattdessen hat hier jeder Hersteller seine eigenen Bezeichnungen, von „warm“ bis „superwarm“, „extrawarm“. „Das ist von Hersteller zu Hersteller verschieden. Die Bezeichnung ‚warm‘ muss bei dem einen Hersteller nicht gleich ‚warm‘ bedeuten wie beim nächsten Hersteller“, so Undeutsch weiter.

Preis-Leistungssieger von Tchibo

Bei der Wahl der richtigen Passform kommt man um das Probieren nicht herum. Funktionsunterwäsche soll am Körper anliegen, der Träger sollte sich aber nicht eingeengt oder gar eingeschränkt fühlen.

Im Test überzeugten die Modelle von Falke (Underwear Warm, Setpreis 100 Euro) und Odlo (Evolution Warm, Setpreis 130 Euro) die Tester in allen Punkten und wurden mit „Sehr Gut“ beurteilt. Neben den beiden Testsiegern wurden sieben Modelle mit „Gut“ beurteilt. Darunter auch die Thermo-Funktionsunterwäsche von Tchibo zum Setpreis von 20 Euro - ein klarer Spartipp. Sie lag in der Bewertung gleichauf mit der Schöffel-Unterwäsche (Underwear Merino Sport, Setpreis 125 Euro) nur einen Punkt hinter den Erstplatzierten.

Für eine möglichst lange Lebensdauer sollte bei der Reinigung der High-Tech-Fasern immer auf die Herstellerangaben geachtet werden. „Alle Produkte kann man in der Waschmaschine waschen, bei einer Temperatur von 30 bis 40 Grad, mit einem Vollwaschmittel. Auf den Weichspüler sollte man aber verzichten, weil der den Effekt hat, dass er die Poren verschließt und dadurch die Wasseraufnahmefähigkeit erschwert wird“, so Undeutsch.

Beate Macura, help.ORF.at

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