Schultaschenkauf: Worauf Eltern achten sollten

Kurz vor Beginn des neuen Schuljahrs steht vielen Eltern der Kauf einer Schultasche bevor. Experten des Orthopädischen Spitals Speising in Wien haben nun Kinder beim Tragen von Schultaschen klinisch beobachtet und geben Tipps zum Aussuchen und für die Benutzung.

Die Kinder wurden bei der Untersuchtung beim Tragen von gefüllten Schultaschen auf einem Laufband klinisch beobachtet und die Erkenntnisse anhand einer Videoanalyse gewonnen. Wichtigstes Ergebnis: „Die perfekte Schultasche, die für alle Kinder passt, gibt es nicht“, fasst Kinderorthopädin Karin Riedl zusammen. „Entscheidend sind vielmehr die richtige Einstellung und das richtige Tragen der Taschen.“

Sitz der Schultasche regelmäßig kontrollieren

Dabei sollten die sollten die Eltern regelmäßig den Sitz der Tasche am Rücken des Kindes kontrollieren: Die Schultasche sollte möglichst nahe am Rücken anliegen und die Unterkante der Tasche sich in der Höhe der Hüfte befinden. „Der Schulrucksack darf also nicht bis über das Gesäß reichen“, rät die Orthopädin. Von Vorteil seien daher jene Schultaschen, bei denen der Rückenteil höhenverstellbar ist. Zum richtigen Tragen zählt jedenfalls das beidseitige Schultern der Schultasche. „Sie an einer Schulter hängen zu lassen, ist zwar vielleicht cool, aber ungesund“, betont die Expertin.

Das Gewicht der gefüllten Tasche darf nicht zu hoch sein und sollte etwas weniger als ein Fünftel des Körpergewichts nicht überschreiten. Schwerere Lasten sind zwar keineswegs empfohlen, jedoch wäre auch - sollte es einmal wirklich nötig sein - eine Last von bis zu 30 Prozent des Körpergewichts bei einem zehnminütigen Schulweg medizinisch unbedenklich, empfiehlt die Kinderorthopädin.

Doris Taurok, Stefanie Haider arbeiten am Computer. Die Ergotherapeutinnen machten gemeinsam mit Dr. Karin Riedl den Schultaschentest.
Orthop. Spital Speising
Doris Taurok, Stefanie Haider: Die Ergotherapeutinnen machten gemeinsam mit Dr. Karin Riedl den Schultaschentest

Quergurte helfen bei der Verteilung der Gewichtslast

Die Expertinnen, die die klinische Beobachtung durchführten plädieren auch für Quergurte an der Tasche. Die zwei Schulterriemen sollen also durch einen Brustgurt und einen Hüftgurt miteinander verbindbar sein. Beim Tragen der Ranzen sind diese Gurte immer zu schließen, betonen die Forscherinnen, so verteile sich die Gewichtslast optimal.

Werden die Kinder größer, sollte zudem regelmäßig überprüft werden, ob der Hüftgurt immer noch am Becken aufliegt und Gewicht der Tasche übernimmt. Sitzt der Gurt nämlich zu hoch, verliert er seine Funktion, und der Bauch des Kindes wird unangenehm eingeschnürt. Die Schulterriemen sollen vier Zentimeter breit sein, damit die punktuelle Last nicht zu groß wird. Zu breite Träger können wiederum, besonders bei vollen Schultaschen, auf die Nackenmuskulatur drücken und Verspannungen oder Kopfschmerzen auslösen.

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