Tinte oder Toner - Drucker im Test

Laserdruck oder Tintenstrahl? Qualitativ nähern sich die verschiedenen Druckertypen an, allerdings drohen versteckte Kostenfallen: 100 Farbseiten kosten zwischen acht Euro, und nicht weniger als 240 Euro, ergab ein VKI-Test.

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12 Laserdrucker und 14 Tintenstrahldrucker hat der Verein für Konsumenteninformation unter die Lupe genommen. Bei den Lasermodellen unterschied der Test zwischen Farb-, Schwarz-Weiß und Multifunktionsgeräten. Die getesteten Tintenstrahldrucker waren allesamt Multifunktionsfarbdrucker, können also auch kopieren und scannen.

Multifunktionsdrucker können Scanner nicht ersetzen

Die Ergebnisse beim Kopieren waren auch durchaus zufriedenstellend, meint die VKI-Testleiterin Joti Bomrah - beim Scannen haben allerdings alle getesteten Geräte eher mangelhaft abgeschnitten. Wer etwa analoge Fotos oder Dias scannen möchte, vielleicht sogar um sie nachzubearbeiten, wird mit Multifunktionsscannern wenig Freude haben. Diese hätten, so Bomrah, eine zu geringe Auflösung: „Multifunktionsdrucker sind zwar geeignet um Texte oder Grafiken zu scannen, wer aber auf Profiqualität Wert legt, sollte einen separaten Scanner erwerben“.

Tintenstrahldrucker
Getty Images/Artranq
Beim Fotodruck bleibt der Tintenstrahldrucker führend

Laser oder Tintenstrahl

Schwarz-Weiß Laserdrucker sind die klaren Sieger beim Textdruck. Die niedrigen Druckkosten machen den höheren Anschaffungspreis mehr als wett. Der Fotodruck bleibt die Domäne des Tintenstrahldruckers. Farblaserdrucker seien zwar mittlerweile leistbar, so die VKI Testerin, die Tonerkosten seien aber nach wie vor erheblich. Eine komplette Tonerfüllung, bestehend aus einer Kartusche Schwarz und mehreren Farbkartuschen, kann durchaus 200 bis 300 Euro ausmachen. Somit kostet einmal nachfüllen manchmal mehr als der Drucker selbst. Um bei den laufenden Kosten möglichst sparsam unterwegs zu sein, rät Bomrah dazu, zwei Drucker zu verwenden. Einen Schwarz-Weiß-Laserdrucker für Text und einen Tintenstrahldrucker für qualitativ hochwertigen Fotodruck.

Hundert Farbfotos können bis zu 240 Euro kosten

Ein Problem bei Tintenstrahldruckern ist nach wie vor das Preis-Leistungsverhältnis. Viele Geräte sind in der Anschaffung zwar unfassbar günstig – die wahren Kosten verstecken sich aber im Betrieb. Ein Beispiel: Der VKI-Testsieger in der Sparte Tintenstrahldrucker, der Epson Ecotank ET-4550, kommt zwar auf rund 450 Euro in der Erstanschaffung, das Ausdrucken von 100 Farbfotos kostet aber nur acht Euro.

Zum Vergleich: Beim HP Office-Jet 4650 (Platz vier im VKI-Test - kosten 100 Farbfotos 240 Euro. Ein beträchtlicher Unterschied zu den acht Euro, den Epson vor allem dadurch erzielt, dass der Ecotank keine Tintenpatronen, sondern spezielle und großzügige Tintenbehälter verwendet. Diese sind fix verbaut und werden mit Originalfarbe aus Flaschen befüllt. Der Epson Ecotank biete damit die günstigsten Betriebskosten am Markt, so Joti Bomrah. Das System sei auch aus ökologischer Sicht sinnvoll – daher Platz 1 in der Sparte Tintenstrahl.

Kein Drucker bekam ein „Sehr Gut“

Das beste Ergebnis in der Gruppe der Laserdrucker erreichte der HP Color-Laserjet Pro m274n. Ein ernüchterndes Detail am Rande: Keines der getesteten Modelle erreichte die Note „Sehr Gut“, auch die Bewertung „Gut“ wurde selten vergeben. Die meisten Geräte wurden mit „Durchschnittlich“ bewertet. Die Testergebnisse im Detail erscheinen am kommenden Donnerstag im VKI Magazin „Konsument“.

Paul Urban Blaha, help.ORF.at

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