Lebensmittel wie Butter, Eier und Mehl auf einem Tisch neben Geldscheinen
APA/Barbara Gindl
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AK-Preismonitor: Preise bleiben hoch

Nachdem die Preise für Lebensmittel seit September 2021 teils um bis zu 44 Prozent angestiegen sind, verharren sie nun auf einem hohen Niveau. Ein Warenkorb mit 40 ausgewählten Lebensmitteln und Drogerieprodukten hat sich von Dezember 2022 bis Dezember 2023 um 1,6 Prozent verteuert. Das zeigt der aktuelle Preismonitor der Arbeiterkammer (AK).

Demnach sind die Preise für günstige Produkte in Wiener Supermärkten im Zeitraum Dezember 2022 bis Dezember 2023 kaum gestiegen, bleiben aber teuer. Im Dezember 2022 kostete der Warenkorb durchschnittlich 72,40 Euro, im Dezember 2023 knapp 74 Euro.

Die allgemeine Teuerung im Dezember lag mit 5,6 Prozent deutlich darüber. Seit September 2021 verteuerten sich Billigprodukte laut AK jedoch um 44 Prozent.

Preise zu Beginn fast verdoppelt

Ausgehend vom Beginn der Teuerungswelle im September 2021 habe es lange Zeit fast nur Preissteigerungen bei den günstigsten Produkten gegeben, bei manchen hätten sich die Preise fast verdoppelt, hieß es in der Aussendung der AK. So kosteten laut AK etwa Kartoffeln um rund 102 Prozent, Sonnenblumenöl um rund 99 Prozent, Penne-Nudeln um rund 90 Prozent und Mehl um rund 88 Prozent mehr.

Weiter auf hohem Preisniveau

Ab März 2023 ließen die Preise wieder etwas nach. Im Jahresabstand (Dezember 2023 verglichen mit Dezember 2022) seien 13 von 40 Produkten – darunter Teebutter, Sonnenblumenöl und Vollwaschmittel – nun wieder etwas billiger, vier Produkte blieben auf demselben Preisniveau wie im Vorjahr, nämlich Mineralwasser, Eier, Reis und Katzenfutter.

Preise für Markenprodukte weiter gestiegen

Bei Markenprodukten gingen die Preise laut AK stärker nach oben: Markendrogeriewaren seien zwischen Dezember 2022 und Dezember 2023 um durchschnittlich 4,2 Prozent teurer geworden. Für Markenlebensmittel mussten Verbraucherinnen und Verbraucher im Dezember 2023 um 4,5 Prozent mehr zahlen als noch vor einem Jahr.

Für den AK-Preismonitor wurden die Preise von Lebensmitteln bei sieben Wiener Supermärkten und Diskontern (Hofer, Lidl, Penny, Billa, Billa Plus, Interspar, Spar) erhoben. Zudem wurden die Preise von Drogeriewaren in den Onlineshops und Filialen von BIPA, DM und Müller im Jänner verglichen.

Handelsverband kritisiert AK-Berechnung

Der österreichische Handelsverband kritisiert den Preismonitor der AK-Wien. Die AK habe lediglich sieben Wiener Filialen von 9.400 Lebensmittelgeschäften und Nahversorgern unter die Lupe genommen, so der Handelsverband. Der tatsächliche Preisunterschied zwischen Österreich und Deutschland sei deutlich geringer als von der AK kolportiert, das gehe aus aktuellen Zahlen der europäischen Statistikbehörde Eurostat hervor. Internationale Markenartikel seien in Österreich deshalb teurer als in Deutschland, weil internationale Hersteller einen „Österreich-Aufschlag“ an den Handel verrechnen würden. Dies sei auch von der Bundeswettbewerbsbehörde (BWB) kritisiert worden, so der Handelsverband.