Sicherheitsmaßnahmen mit FFP2-Maske in Skigebiet
APA/BARBARA GINDL
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Urteil: Anteilige Skipass-Erstattung für Corona-Saison

Der Salzburger Skiverbund Ski Amade muss die Kosten für Ski-Saisonkarten für das Frühjahr 2020 anteilig erstatten. Das entschied das Landesgericht (LG) Salzburg in zweiter Instanz. Der Verein für Konsumenteninformation (VKI) hatte bereits vor dem Bezirksgericht St. Johann im Pongau recht bekommen. Das Urteil ist nicht rechtskräftigt.

Im konkreten Fall hatte sich die Gültigkeit der Skisaisonkarte um 24 Prozent (49 Tage) verkürzt. Der Berufungssenat am Landesgericht Salzburg urteilte nun, dass diese 24 Prozent des bereits gezahlten Ticketpreises an den Käufer zurückerstattet werden müssen. Ski Amade muss daher 330 Euro an die vom VKI vertretene vierköpfige Familie aus Niederösterreich bezahlen. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig, innerhalb von vier Wochen ist die ordentliche Revision an den Obersten Gerichtshof (OGH) möglich.

Beim Prozess ging es um die Frage, wer in Fällen höherer Gewalt den Schaden trägt. Auch das Berufungsgericht urteilte, dass pandemiebedingten Betriebssperren ein Ereignis höherer Gewalt darstellten. Dadurch seien nicht nur die Liftbetreiber seien von ihrer Betriebspflicht befreit worden, sondern auch die Nutzer von ihrer Entgeltzahlungspflicht. Die Familie aus Niederösterreich hatte bei Ski Amade Skipässe für die Saison 2019/2020 um insgesamt rund 1.750 Euro gekauft.

Ersatzanspruch unabhängig von Saisonkartennutzung

„Das Gericht stellt erfreulicherweise auch klar, dass der Rückersatzanspruch unabhängig davon ist, wie oft die Konsumenten die Saisonkarten bis zum vorzeitigen Saisonende genutzt haben“, erklärte Beate Gelbmann vom VKI in einer Aussendung am Mittwoch. „Damit erteilt es auch den neuen Bestimmungen mancher Skigebiete eine Abfuhr, die nunmehr bei einer allfälligen Rückerstattung auf die tatsächlich genutzten Tage der Skigäste abstellen.“

Sie forderte den Liftverbund auf, den betroffenen Konsumenten den aliquoten Betrag zur Gänze zurückzuzahlen. „Den Betroffenen raten wir, nicht vorschnell etwaige Angebote von Skiliftbetreibern über eine nur teilweise Rückerstattung anzunehmen.“ Das Gericht habe hier eindeutig zugunsten der Skigäste entschieden. „Die Skigäste haben einen Anspruch auf Rückzahlung für die gesamte Schließzeit.“