AK: Mobilfunker sollen vor hohen Kosten schützen

Durch die Ausgangsbeschränkungen hat sich die Kommunikation über Telefon und Internet sehr verstärkt. Die Arbeiterkammer (AK) fordert Telekom- und Internetanbieter deshalb zu größeren Gesprächsvolumen, kostenlosen Tarifwechseln und Zugeständnissen beim Datenverkehr auf. Die Mobilfunker sehen kaum Handlungsbedarf.

Auch Telekom- und Internetanbieter sollten jetzt Herz zeigen und einen Beitrag dazu leisten, dass die Menschen miteinander in Kontakt bleiben können. Und zwar ohne Sorge vor hohen Kosten, appelliert AK-Präsidentin Renate Anderl in einer Aussendung.

„Anbieter sollten solidarisch und großzügig sein“

Seit vergangener Woche werde doppelt so viel telefoniert als noch die Woche davor, der Zuwachs beim Datenvolumen betrage dreißig Prozent. Ohne Breitbandanschluss und kostenschonende Flatrate entstünden oft hohe Kosten. Wer zu Hause bleibe, um bei der Eindämmung des Virus beizutragen, müsse trotzdem mit Familie und Freunden in Kontakt bleiben können, ohne Sorge vor einer horrend hohen Rechnung, so Anderl.

Handy und Rechnung

ORF.at/Lukas Krummholz

Die AK befürchtet hohe Mobilfunkrechnungen im Zuge der Viruskrise

Handyanbieter sollten sich daher „solidarisch und großzügig“ zeigen und angesichts gestiegener Umsätze durch den Mehrverbrauch auch den Konsumentinnen und Konsumenten einen „Teil vom Kuchen abgeben und kein Körberlgeld durch Überschreitungen von Datenvolumina machen“, so Anderl. Zudem sollten sie temporär auf Abschaltungen und Kündigungen bei Zahlungsverzug verzichten.

Manche Anbieter bieten schon kostenlose Datenreserven an. Wünschenswert für alle wären Extra-Gratis-Minuten, zusätzliches Datenvolumen und kostenloser Tarifwechsel. Als Vorbild sieht die AK deutsche Anbieter: So schenke etwa die Deutsche Telekom allen Kunden monatlich zusätzliche 10 GB, Telefonica (O2) drosselt das Tempo nach Verbrauch des Pauschales weniger als bisher.

Mobilfunker sehen keinen Handlungsbedarf

Die österreichischen Mobilfunkunternehmen A1, Magenta und „3“ sehen derzeit keinen Handlungsbedarf. Hinsichtlich des Nutzungsverhaltens, der Netzqualität und der Preise sei die Situation in Österreich eine gänzlich andere als in unserem Nachbarland Deutschland, heißt es von „3“ gegenüber help.ORF.at. Wer die Preise vergleicht, könne feststellen, dass Österreich nach wie vor ein „Mobilfunk-Vorzeigeland“ sei.

Die meisten Anwender würden über Flatrate-Verträge verfügen. Man gehe davon aus, dass die meisten mit den ihnen zur Verfügung stehenden Kapazitäten auskommen werden. Sollte es bei Tarifwechseln in Einzelfällen zu Problemen kommen, werde man sich um kulante Lösungen bemühen, heißt es seitens „3“.

Mobilfunker: Gute Netzqualität und günstige Preise

Auch bei A1 verweist man auf die „großzügigen Datenvolumina“, die in österreichischen Tarifen ohnehin integriert seien. Sollten diese aufgebraucht sein, könne man durchaus kostengünstig Datenpakete erwerben. Die A1-App gebe den Kundinnen und Kunden jederzeit einen guten Überblick. Außerdem seien die meisten Internetprodukte mittlerweile ebenso unlimitiert, so A1.

Magenta verweist ebenso auf unlimitiertes WLAN-Internet, das mittlerweile von den meisten Kunden genutzt werde. Eine erhöhte Nachfrage nach zusätzlichen Datenpaketen habe man trotz erhöhter Netznutzung keine feststellen können. Dies könne auch daran liegen, dass viele Nutzerinnen und Nutzer ohnehin über einen Flatrate-Internetvertrag verfügen und damit auch eine WLAN-Verbindung aufbauen können, ohne ihr mobiles Datenvolumen antasten zu müssen. Man sei auch in Krisenzeiten für die Kundinnen und Kunden jederzeit erreichbar und biete außerdem kostengünstige Pakete für Unternehmen an, um beispielsweise ein effektives Homeworking zu ermöglichen, so Magenta.

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