Käsekrainer im Test: Der Käse macht den Unterschied

Beim Einkauf von Käsekrainern können Hobbygriller nicht viel falsch machen, so der Verein für Konsumenteninformation (VKI). Die meisten Produkte der Handelsketten schnitten im Test der Verbraucherschützer tadellos ab. Qualitätsunterschiede gab es aber beim Käse in den Würsten.

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Der VKI legte 28 abgepackte Käsekrainer auf den Griller und ließ den Geschmack der Würste durch Profis und Laien beurteilen. Weiters wurden die Käsekrainer vermessen, im Labor auf Zusammensetzung sowie Keime untersucht und ihr Preis erhoben. Unter den 28 Produkten waren auch sechs Puten-Käsekrainer sowie Biowürste und Käsekrainer mit dem AMA-Gütesiegel. Alle waren in Supermärkten und im Gastronomiegroßhandel erhältlich.

Drei Viertel der Käsekrainer tadellos

„Das Ergebnis ist erfreulich. Drei Viertel der Käsekrainer schnitten im Test sehr gut und gut ab“, so Testleiterin Birgit Beck vom VKI. Die meisten Punkte (92) erhielten die Puten-Käsekrainer „Hütthaler“ (Hofer, 9,96 Euro pro kg), knapp dahinter lagen gleichauf die klassischen Käsekrainer „Holzbauer“ (Interspar, 5,85 Euro pro kg) und die Bio-Mini-Käsekrainer „Ein gutes Stück Heimat“ (Lidl, 14,94 Euro pro kg). Erstklassige Käsekrainer gebe es also bereits um wenig Geld, so Beck.

Ein Paar Käsekrainer mit Brot und Senf

VKI

Widersteht dem Trend zu leichten und vegetarischen Gerichten: Die Käsekrainer

Bei einige Produkten fanden sich im Labor erhöhte Keimzahlen, etwa bei den Puten-Mini-Käsekrainern von Hubers (Interspar), den Mangalitza-Käsekrainern von Windisch (Metro, Transgourmet) und den Käsekrainern von Hofmann (Transgourmet, Unimarkt). Bei den Käsekrainern der Marke „Clever“ (Billa, Merkur) war die Keimzahl so hoch, dass das Testurteil „nicht zufriedenstellend“ lautete. Dieses Paar Würstel war verdorben.

Emmentaler, „Käse“ und Schmelzkäse

„Die Würste enthielten auch nur das, was nach den Vorgaben des Österreichischen Lebensmittelbuches hineingehört“, so Beck. Minderwertiges Fleisch fanden die Tester nicht. Die meisten Produkte bestanden aus Schweine- und Rindfleisch, einige nur aus Schweinefleisch. In den Puten-Käsekrainern fand sich tatsächlich nur Putenfleisch, die Wursthüllen stammten da meist vom Schaf, aber auch vom Schwein.

Während die Fleischzusammensetzung durchwegs in Ordnung war, gab es deutliche Unterschiede beim Käse. Einige Hersteller verzichteten auf genaue Angaben und führten in der Zutatenliste nur „Käse“ an. Konsumenten würden somit über die Qualität im Unklaren gelassen, kritisiert der VKI. Die Produkte von Transgourmet Economy und F.Krainer enthielten nur eine Schmelzkäsebereitung. „Schmelzkäse enthält Phosphate, das ist aus Sicht der Ernährungswissenschaft nicht so erfreulich“, so Beck. Am häufigsten fand sich in den Käsekrainern jedoch Emmentaler.

Edel-Käsekrainer mit Bergkäse

Käsekrainer sind Kalorienbomben, zumindest die meisten. Die Würste im Test lieferten zwischen 174 und stolze 388 kcal pro 100 Gramm. „Wer Kalorien einsparen möchte, kann zu Puten-Käsekrainern greifen“, so Beck. Diese enthielten weniger Fett und damit im Schnitt um 100 Kilokalorien weniger pro 100 Gramm als die klassischen Produkte. Doch die „gesündere“ Variante findet nicht überall Anklang.

Ein halber Laib Bergkäse

Karin Fischer, help.ORF.at

Schweizer Bergkäse in Käsekrainern bleibt die Ausnahme

„Wer Puten-Käsekrainer essen will, soll das tun, aber die magere Pute und Käsekrainer - das passt für mich nicht zusammen“, so Otmar Tschürtz, Fleischhauer aus dem Burgenland, dessen Produkte nicht vom VKI getestet wurden. Er füllt seine Würste mit Schweinefleisch, Rindfleisch, Speck und speziellem Käse: Heumilchkäse oder Schweizer Bergkäse, „weil ich gemerkt habe, dass bei billigem Käse das Aroma der Käsekrainer verloren geht“. Seine Würste sind schmäler und werden in Handarbeit hergestellt, sie kosten zwischen 17 und 20 Euro pro Kilogramm. Die Preise für die getestete Supermarktware lagen zwischen 5,85 und 16,63 Euro pro Kilogramm.

Ansichtssache: Grillen, braten oder kochen

Bei der Zubereitung scheiden sich die Geister. Otmar Tschürtz empfiehlt, Käsekrainer vor dem Grillen oder Braten anzustechen, damit ein wenig Käse auslaufen kann und sie bei höheren Temperaturen zuzubereiten. „Wenn diese Käse-‚Fusserl‘ braun und ‚grammlert‘ werden, gibt das den guten Geschmack“, so der Experte. Daheim im Burgenland würden Käsekrainer aber vorwiegend gekocht. Sie sollten in leicht siedendem Wasser ziehen und vor dem Anschneiden ein paar Minuten rasten.

aufgeschnittene Käsekrainer im Testlabor

VKI

Nicht alle Käsekrainer bestanden den Test im Labor

Dem Kochen von Käsekrainern kann auch VKI-Testleiterin Birgit Beck einiges abgewinnen. Der Großteil der untersuchten Würste enthielt Pökelsalz bzw. Natriumnitrit. „Beim Grillen oder Braten können sich vor allem in Verbindung mit Käse Nitrosamine bilden, die als krebserregend gelten“, so die VKI-Expertin. Deshalb sollten Würste generell nur selten verzehrt werden.

In puncto Geschmack gab es im VKI-Test auch Kritik an einigen abgepackten Würsten. Bemängelt wurde oft die Würzung, mitunter auch ein „säuerlicher Geschmack“. Die Laientester waren von keinem Produkt gänzlich überzeugt und fanden die Käsekrainer teilweise zu salzig.

Karin Fischer, help.ORF.at

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