Wo Haustierbesitzer bei Quarantäne Hilfe bekommen

Die Coronavirus-Pandemie stellt zahlreiche Hundehalter vor eine neue Herausforderung. Personen, die sich gerade in häuslicher Quarantäne befinden, dürfen den Hund nicht Gassi führen. Auch Angehörige von Risikogruppen sollten es vermeiden, vor die Türe zu gehen. Der Österreichische Tierschutzverein bietet Unterstützung bei der Betreuung der Haustiere an.

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In Österreich leben etwa 600.000 Hunde und diese müssen mehrmals am Tag hinaus. Sofern man nicht mit dem Coronavirus infiziert ist und unter Quarantäne steht, darf man den Hund trotz Ausgangsbeschränkungen ausführen – allerdings nur allein oder maximal mit Personen, die im Haushalt leben.

Facebookgruppe des Tierschutzvereins hilft

Erkrankte Personen dürfen den Ort der Quarantäne jedoch nicht verlassen, so die Richtlinie des Sozialministeriums. Das heißt, man darf auch nicht mit dem Hund auf die Straße oder in Parks.

zwei Golden Retriever
help.ORF.at/Karin Fischer
Viele Hundebesitzer sorgen sich, wer ihr Tier bei Krankheit betreuen wird

Einzige Ausnahme ist das Gassi gehen im eigenen Garten, vorausgesetzt man hat einen solchen. Die Ungewissheit, wer das Haustier versorgen wird, bereitet vielen Besitzern Kopfzerbrechen. Der Österreichische Tierschutzverein richtete dafür die Facebookgruppe „Notfall Tierbetreuung Österreich“ ein, auf der sich Tierhalter und Tierfreunde im Fall der Fälle vernetzen und gegenseitig helfen können.

Unterstüzung von Freiwilligen und Profis

„Innerhalb kürzester Zeit haben sich hier mehr als 9.000 Menschen gemeldet“, so Judith Unterdörfler, Marketingleiterin des Österreichischen Tierschutzvereins. Der Personenkreis umfasst hilfesuchende Tierbesitzer, Betreiber von Tierpensionen, Tiertrainer, Tierärzte und ehrenamtliche Helfer.

„Damit ist im Notfall sichergestellt, dass jemand auf das Tier aufpassen kann“ so Unterdörfler. Auch Angehörige der Risikogruppe, die das Haus gar nicht mehr verlassen sollte, würden hier Unterstützung beim Gassi gehen finden.

Hygieneregeln für die Übergabe des Haustieres

Wichtig ist, dass die Hygieneregeln beim Gassi-Service strikt eingehalten werden. Hundesitter und Nachbarn, die einspringen, sollten einen Mindestabstand von ein bis zwei Metern zu der erkrankten Person einhalten und den Kontakt so kurz wie möglich gestalten.

Für die Übergabe des Tieres notwendige Details erledigt man am besten vorab telefonisch. Wichtig ist etwa zu wissen, ob der Hund mit anderen verträglich ist oder, ob er an der Leine zieht. Für die Übergabe bindet man den Hund am besten außen an der Tür oder drinnen im Vorzimmer an. Gleiches gilt auch für die Rückgabe.

Der Tierschutzverein empfiehlt Gassigehern, eine eigene Leine mitzubringen, eine Gesichtsmaske und Einweghandschuhe zu tragen, den Hund nicht zu streicheln und danach Hände und Leine sorgfältig zu waschen oder zu desinfizieren. Diese Empfehlungen seien auch mit der Corona-Hotline abgestimmt, so Unterdörfler.

Tierpensionen, Tierärzte, Tierbestatter geöffnet

Tierpensionen und gewerbliche Tiersitter dürfen in Notsituationen weiterhin Tiere aufnehmen und betreuen. Dieses Service darf laut Wirtschaftskammer (WKO) aber nur von älteren oder erkrankten oder in Quarantäne befindlichen Personen in Anspruch genommen werden sowie von Menschen, die derzeit ihren beruflichen Verpflichtungen nachkommen müssen.

Hund in der Hundeschule
help.ORF.at/Karin Fischer
Hundeschulen haben derzeit geschlossen, einige bieten jedoch Onlinekurse an

Tierärzte und Tierspitäler haben ebenfalls weiterhin geöffnet. Der Betrieb findet aber teilweise nur für Notfälle, nur nach Terminabsprache und zu geänderten Öffnungszeiten statt. Hier empfiehlt es sich, vorher mit dem Tierarzt Kontakt aufzunehmen. Tierbestatter dürfen laut Auskunft der Wirtschaftskammer ebenfalls weiterarbeiten. Voraussetzung ist auch hier, dass die Hygienevorschriften beachtet werden. Der Zoofachhandel gehört zur Grundversorgung und hat ebenfalls offen. Bei vielen Anbietern kann man auch online bestellen und sich das Futter liefern lassen.

Betreuung auch für Katzen, Nagetiere und Pferde

Wegen der Coronavirus-Pandemie landen laut Tierschutzverein nicht mehr Haustiere als sonst im Tierheim. „Was wir aber aktuell sehen ist, dass die Menschen durch die soziale Isolation und das Homeoffice den Wunsch haben, jetzt ein Haustier zu haben“, so Unterdörfler. Es gebe derzeit viele Anfragen von Menschen, die gerade jetzt gerne ein Tier aufnehmen würden.

Katze
APA/dpa/Julian Stratenschulte
Auch Katzen werden im Notfall betreut

Wer sich für seinen Hund im Krankheitsfall eine teure Tierpension nicht leisten kann, brauche sich keine Sorgen zu machen, so Unterdörfler. Ehrenamtliche Helfer würden die Haustiere notfalls auch kostenlos versorgen. Und nicht nur Hunde und ihre Besitzer bekommen in der Facebook-Gruppe „Notfall Tierbetreuung Österreich“ des Tierschutzvereins Hilfe. Auch Nagetiere, Hasen, Vögel, Katzen und Pferde werden im Notfall betreut.

Freiwillige bieten Hilfe für jede Situation an und sei es nur, Futter zu besorgen und vor die Haustüre zu stellen. „Die Solidarität in Österreich ist wirklich riesig – auch unter den Tierfreunden“, so Unterdörfler.

Karin Fischer, help.ORF.at

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