Glätteisen, Curler & Co: Jedes dritte Gerät unbrauchbar

Hairstylinggeräte sorgen für Abwechslung bei der Frisur. Ob man die Haare in Locken legen oder sie glätten möchte - am schnellsten geht das mit Hilfe von Glätteisen, Lockenstab und Curler. Doch im Test erwies sich mehr als jedes dritte Gerät als mangelhaft. Manche sind sogar brandgefährlich.

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Wenn die Haare schlaff herunterhängen, kann man ihnen mit dem Lockenstab mehr Volumen verschaffen. Wem es zu lange dauert, die Strähnen einzeln um den Lockenstab zu drehen, greift zu Curlern. Diese Lockenmaschinen ziehen die Haarsträhnen automatisch ins Innere des Geräts, wo sie sich um einen Heizkolben wickeln. Nach ein paar Sekunden ist die Strähne wieder frei und hat eine perfekte Locke. Soweit die Theorie – die Praxis sieht anders aus.

Schmerzhafte Erfahrung mit zwei Curlern

Der Verein für Konsumenteninformation (VKI) und die deutsche Stiftung Warentest untersuchten 15 Curler, Lockenstäbe und Glätteisen und stellten teilweise gravierende Mängel fest. Zwei Curler fielen im Test durch: Die Geräte von Remington und Rowenta drehten die Haare zu einem Knäuel und hielten sie im Gerät fest. „Nur unter Ziehen und mit Schmerzen konnten die Haare befreit werden“, so Karin Baumgarten, Testleiterin beim VKI.

Philips StyleCare Auto Curler
philips.at
Testsieger bei den Curlern: StyleCare Auto Curler BHB876 von Philipps

Bei den Lockenmaschinen schnitt am besten der StyleCare Auto Curler von Philipps mit der Note „gut“ ab. Das Gerät war mit 140 Euro auch das teuerste im Test. Auch der Curler Secret 2 von Babyliss zum Preis von 130 Euro erwies sich als „gut“.

Verbrennungsgefahr durch Lockenstab

Lockenstäbe waren durchwegs günstiger als Curler. Dafür muss aber Strähne für Strähne selbst per Hand aufgewickelt werden. Hier gab es nur für den Lockenstab Curl Sensation Hair Styler von Grundig die Note „gut“. Das Gerät kostete 50 Euro.

Wenig erfreulich war, dass auch zwei Lockenstäbe den Test nicht bestanden und wegen Sicherheitsmängeln durchfielen. Beim Lockenstab Keratin Protect Curling Wand von Remington fehlte ein Clip, der die Haarsträhne am Heizkolben fixiert. Die Haare müssen am Heizkolben festgehalten werden. „Da kommt es leicht zu Verbrennungen“, so Baumgarten. Der mitgelieferte Hitzehandschuh habe sich als unpraktisch erwiesen. Das andere durchgefallene Produkt war der iPro Curler von Babyliss, dem die Abschaltautomatik fehlte.

Glätteisen ohne Abschaltautomatik

Auch bei den Glätteisen gab es brandgefährliche. Bei diesen Geräten werden einzelne Haarsträhnen zwischen heiße Keramikplatten geklemmt, die man dann zügig vom Ansatz zu den Spitzen zieht. Die Hitze soll widerspenstige Haare glatt und glänzend machen. Bis auf zwei Glätteisen schalteten sich die meisten nach einer Stunde von selbst ab.

Ein Friseur gestaltet mithilfe eines Glätteisens eine Damenfrisur
dpa/A2931 Bernd Weißbrod
Haare brauchen ab und zu Pause von der Hitzebehandlung

Die Gätteisen von Severin und Udo Walz hingegen heizten immer weiter auf. „Da besteht Brandgefahr, wenn man das Gerät ohne es abzuschalten weglegt“, so Baumgarten. Noch dazu wurde das Gehäuse des Glätteisens von Severin über 90 Grad heiß, so dass Verletzungsgefahr bestand. Diese beiden Geräte fielen daher im Test durch. Daneben gab es auch vier „gute“ Glätteisen, angeführt von Remington, knapp dahinter Braun, Grundig und Babyliss.

Zu heiße Glätteisen schädigen das Haar

Um dem Haar einen schönen Glanz zu verleihen, kommt es auch auf die richtige Handhabung an. Ein Glätteisen bügelt unter Druck abstehende Haarschuppen glatt – dafür braucht es eine Temperatur von mindestens 120 Grad. Je heißer, desto schöner der Glanz. Feines Haar sollte jedoch höchstens 170 Grad ausgesetzt werden. Gesundes, kräftiges Haar vertrage auch bis zu 200 Grad, so die VKI-Expertin.

War die Hitze zu groß, schmilzt die oberste Haarschicht. Das Haar wird strohig, matt und lässt sich kaum mehr kämmen. Ist das Haar einmal angegriffen, sollte man ihm eine Pause gönnen.

Schönste Locken bei trockenen Haaren

Wer nur ab und zu Wellen möchte, kommt auch mit einem Glätteisen aus – besser gelingt die Frisur mit Lockenstäben und Curlern. Lockere Wellen erhält man, wenn große Haarsträhnen nur wenige Sekunden lang erhitzt werden. Enge Korkenzieherlocken brauchen mehr Zeit und Hitze.

Von speziellen Haarglättungsmitteln rät Karin Baumgarten ab. Diese Produkte können krebserregendes Formaldehyd enthalten. Ein Tipp: Mit frischgewaschenen und trockenen Haaren gelingen die Locken am besten. Feuchte Haare werden durch die Hitze „gekocht“ und sind danach noch widerspenstiger.

Karin Fischer, help.ORF.at

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