Gar nicht sportlich: Zu viel Zucker in Eiweißriegeln

Nicht nur Sportler, sondern auch Ernährungsbewusste setzen seit dem „Low Carb“-Trend auf eine erhöhte Eiweißzufuhr. Entsprechend groß ist das Angebot an eiweißreichen Riegeln und Proteindrinks in den Supermärkten. Der VKI hat 40 Produkte getestet. Das Ergebnis: Sie sind nicht nur reich an Eiweiß, sondern vor allem reich an Zucker.

Die Zusammensetzung der Produkte stellte laut den Testern meist keine besondere Innovation dar. Ihre Attraktivität erhalten sie durch die Vermarktung als Lifestyle-Produkte, die fit und attraktiv machen sollen. „Über den gestiegenen Absatz der Proteinprodukte freut sich nicht zuletzt die Milchwirtschaft, bildet doch das Abfallprodukt Molke die Basis für viele dieser Superfood-Artikel“, so der „Konsument“.

Eine Sportlerin isst einen Proteinriegel
Fotolia/Lars Zahner

Von Riegel über Drinks bis Pudding und Schokoflakes

Die Tester von „Konsument“ haben sich in Supermärkten beziehungsweise bei Diskontern umgesehen. Am häufigsten fanden sie in den Regalen Proteinriegel, gefolgt von Proteinshakes. Aber das Eiweiß gibt es auch zum Knabbern oder es wird als Zusatz im Pudding angeboten.

40 dieser Produkte wurden hinsichtlich ihres Gehalts an Zucker, Zuckeraustauschstoffen sowie Proteinen unter die Lupe genommen. Die Tester konzentrierten sich dabei auf Produkte, die portionsweise verkauft werden und bereits verzehrfertig sind. Zu den untersuchten Produkten gehören Riegel der Marken Sports Factory, Power System, Sportness, Hej, BioTechUSA, Muscle Champ, Premier Protein, Optimum Nutrition, Sportnahrung.de, Tekmar, PowerBar, Veganz und viele mehr.

Am meisten Proteinanteil steckt mit 50 Gramm im Sports Factory „50 % Protein Riegel Cookies-Cream“ (100 Gramm um 2,40 Euro). Mehr Kohlenhydrate (35 Gramm) als Protein (30 Gramm) enthielt die Nascherei „Lower Carb Protein Crossies“ von fitmeals (60 Gramm um 3,50 Euro).

Teuer und zu viel Zucker

Das Ergebnis: Die Proteinnahrung kann bezüglich ihrer Zusammensetzung nicht überzeugen. „Teilweise steckt in den Riegeln und Drinks viel zu viel Zucker. In einigen Produkten, die Auslobungen wie ‚Low Carb‘ oder ‚wenig Zucker‘ tragen, ist wiederum der Gehalt an Süßungsmitteln wie etwa Zuckeralkoholen so hoch, dass bei häufigem Konsum eine abführende Wirkung eintreten kann“, berichtete das Verbraucherschutzmagazin.

Am meisten Zucker (23 Gramm) im Test steckte im „Protein Drink 25 g Schoko-Geschmack“ von Arla (500 Milliliter um 2,20 Euro). Den höchsten Süßstoffgehalt (24 Gramm) wies der Riegel „Protein Whipped Bites Strawberry & Cream“ von Optimum Nutrition (76 Gramm um 2,50 Euro) auf.

Ein Proteinprodukt pro Tag kommt auf 50 Euro im Monat

Außerdem seien die Produkte teuer. Das teuerste Produkt (Proteindrink „This is Food Smooth Vanilla“ von Y Food) kostete 3,30 Euro pro Portion, das billigste 0,75 Cent pro Portion (Power System High Protein Bar 32 Prozent Schoko). Der Durchschnittspreis liege bei 1,70 Euro pro Portion. Konsumiert man ein Produkt pro Tag, summiert sich das auf gut 50 Euro im Monat, rechnete „Konsument“ vor.

Besser: Fisch, Fleisch, Soja, Topfen und Buttermilch

Die enthaltenen Proteine seien jedenfalls kein Argument, um auf die Spezialprodukte zurückzugreifen. Der Proteinbedarf könne problemlos über ganz normale Lebensmittel, etwa Fisch, Fleisch, Soja, Topfen oder Buttermilch, gedeckt werden.

„Damit kann man nicht nur viel Geld sparen, sondern auch unnötige Kalorien und Zusatzstoffe, die sich oft in den Sportprodukten finden. Nur wenn eine Versorgungslücke besteht, macht es Sinn, auf Produkte zurückzugreifen, denen Proteine künstlich zugesetzt wurden“, rät VKI-Ernährungsexpertin Nina Siegenthaler.

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