XXL-Waschmaschinen im Test: Elf von 14 sind „gut“

Autos und Waschmaschinen haben eines gemeinsam: Sie werden immer größer. Auch wenn die meisten dieser „SUV im Badezimmer“ gut waschen, bei geringer Beladung verbrauchen sie mehr Strom und Wasser. Bei manchen fehlt zudem ein Auslaufschutz. Verbraucherorganisationen haben 14 Geräte getestet, elf schnitten gut ab.

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Der Verein für Konsumenteninformation (VKI) prüfte gemeinsam mit der deutschen Stiftung Warentest 14 Geräte auf Herz und Nieren. Bei Waschmaschinen heißt das: Wie sauber waschen sie, wie leicht sind sie zu bedienen, wie lange halten sie, wie viel Strom und Wasser verbrauchen sie und, wie gut sind sie gegen auslaufendes Wasser geschützt.

Drei Testsieger

„Elf Geräte schnitten mit ‚Gut‘ ab, zwei mit ‚Durchschnittlich‘ und eines wurde mit ‚Weniger zufriedenstellend‘ bewertet“, so Karin Baumgarten von der VKI-Zeitschrift Konsument. Bei den drei besten Waschmaschinen im Test (Bosch WAG28491, Miele WKF 311WPS SpeedCare und Siemens WM14G491) habe einfach das Gesamtpaket gestimmt.

Diese Geräte waschen gut, ihr Wasser- und Stromverbrauch ist niedrig und sie sind einfach zu bedienen. Auch im Dauertest, der eine zehnjährige Nutzung simuliert, gab es keine Ausfälle. Mit mindestens 900 Euro waren sie aber auch am teuersten.

Mängel beim Schutz vor Wasserschäden

Das günstigste Modell (Privileg PWF M643) um rund 300 Euro - erhielt als einziges die Bewertung „Weniger zufriedenstellend“. Das Waschergebnis war enttäuschend, der Schutz vor Wasserschäden nicht ausreichend. „Wenn der Niveauschalter, der den Wasserstand in der Maschine kontrolliert, ausfällt, rinnt hier trotzdem weiter Wasser nach bis man eine Überschwemmung hat“, so Baumgarten.

Mann füllt Wäsche in eine Waschmaschine
dpa/dpaweb/dpa/Holger Hollemann
Nicht immer ist eine große Trommel sinnvoll

Die meisten Geräte im Test haben ein mehrstufiges Warnsystem, wenn der Niveauschalter ausfällt. Doch die Waschmaschinen Candy BWM 149PH7/1-S und Koenic KWM 7 14 12 A3 bekamen im Test hier ebenfalls Abzüge, weil sie unbeirrt weiterliefen. Bei beiden reichte es deshalb nur für ein „Befriedigend“.

Vor- und Nachteile der großen Trommeln

Obwohl es zunehmend mehr Singlehaushalte gibt, wo auch weniger Wäsche anfällt, werden die Waschmaschinen immer größer. 1970 fasst eine Trommel meist noch viereinhalb Kilo, heute sind es bis zu zwölf Kilo. In die Hälfte der getesteten Maschinen passten acht oder mehr Kilo und das bedeutet zunächst einmal weniger Strom- und Wasserverbrauch, weil das Gerät nur einmal statt zweimal läuft.

„Je weniger Wasser, umso weniger muss erhitzt werden und umso weniger an Energie verbrauche ich“, so die VKI-Expertin für Haushaltsgeräte. Das gelte aber nur dann, wenn die Maschine voll beladen ist: „In dem Moment, wo ich sie weniger belade, kann das bis zur Hälfte oder sogar mehr als die Hälfte mehr an Strom und Wasser bedeuten und das ist schlecht für die Umwelt und für die Geldbörse.“ Das Plus der XXL-Trommeln: Man kann auch Bettdecken und Pölster waschen.

Mehr als fünf Stunden Waschdauer

Alle getesteten Waschmaschinen hatten das Energielabel A+++. Diese Angaben beziehen sich jedoch immer nur auf das jeweilige Spar- oder Ökoprogramm und das dauert meist extrem lange. Die Maschine läuft dann mehr als drei Stunden, das Modell von Candy sogar mehr als fünf Stunden. Im Labor wurde auch geprüft, ob Sparprogramme die angegebene Temperatur erreichen. Meist war das nicht der Fall.

Wer aus hygienischen Gründen Wäsche mit 60 Grad waschen möchte, sollte besser ein Normalprogramm wählen, so Baumgarten. Ratsam sei ohnedies, die Geräte mindestens einmal im Monat mit einem 60-Grad-Programm und Waschmittel laufen zu lassen, mit Handtüchern oder auch leer. Das soll verhindern, dass sich Bakterien ansiedeln und schlechte Gerüche entstehen.

Richtige Auswahl der Spezialprogramme

Gute Geräte gab es im Test auch schon um rund 400 Euro. Der Preis allein sollte beim Kauf einer Waschmaschine nicht ausschlaggebend sein, sondern auch der Energieverbrauch, so Karin Baumgarten. Ratsam sei, sich vor dem Kauf auch zu überlegen, welche Spezialprogramme und welches Fassungsvermögen tatsächlich gebraucht werden. Das Gerät sollte außerdem einen Schutz vor Wasserschäden haben. Wer eine Waschmaschine der Oberklasse möchte, kann auch zu Vorjahresmodellen greifen. Diese sind meist etwas billiger als die neuesten Modelle.

Karin Fischer, help.ORF.at

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