Teurer Tod: Wie man am besten vorsorgt

Noch zu Lebzeiten das eigene Begräbnis regeln - dafür bieten verschiedene Institute eigene Sterbegeldversicherungen an. Eine sichere, aber teure Art der Vorsorge, warnen Konsumentenschützer und raten zu Alternativen.

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„Im Leben ist nichts umsonst, selbst der Tod kostet das Leben“, heißt es. Darüber hinaus werden für „a schene Leich“ hohe Kosten fällig. Todesanzeige, Trauerfeier, Blumenschmuck, Sarg, Grabstein und diverse Gebühren summieren sich schnell. Je nach Art und Ort muss man mit mindestens 5.000 Euro an Bestattungskosten rechnen, so Gabi Kreindl, Expertin für Finanzdienstleistungen beim Verein für Konsumenteninformation (VKI).

Pompfinebrer tragen Sarg

dpa/Tobias Hase

Je nach Ort und Bestattungsart varriieren die Begräbniskosten

Problem: Kein Zugriff auf Verlassenschaft

„Wenn Erben die Bestattung organisieren, dann kommt es oft häufig zu dem Problem, dass zwar genug Geld da wäre, aber man wegen des Verlassenschaftsverfahrens auf das Geerbte noch nicht zugreifen kann“, so Kreindl. Um die Hinterbliebenen nicht in eine plötzliche finanzielle Notlage zu bringen, bieten verschiedene Institute eigene Sterbegeldversicherungen an. Sie sollen im Todesfall den schnellen Zugriff auf das Geld garantieren und die Erben finanziell entlasten.

Der Kunde wählt dabei die Versicherungssumme, etwa 5.000 oder 10.000 Euro. Vor Abschluss der Versicherung verlangen die Anbieter meist eine Gesundheitsprüfung. Ist der Versicherungsnehmer noch jung und dem Alter entsprechend fit, zahlt er kleinere Monatsbeträge ein, da die Wahrscheinlichkeit schon bald zu sterben statistisch gesehen eher gering ist. Es bleibt also noch länger Zeit zum Ansparen, bis die Leistung in Anspruch genommen wird. Aber Achtung: Nicht immer gilt der Schutz ab Versicherungsbeginn. Einige Anbieter zahlen erst nach einer gewissen Wartezeit, die bis zu drei Jahre betragen kann.

Unterschiedliche Modelle von Holzsärgen

APA/Helmut Fohringer

Die Bestatter haben eine große Auswahl an Särgen im Programm

Begräbnisgeld zu Lebzeiten schenken

Ist man schon älter, ist die Laufzeit kürzer und die finanzielle Belastung höher. Spätestens ab einem Alter von 80 Jahren (abhängig von der jeweiligen Versicherung) ist ein Vertragsabschluss dann nur noch mit einer Einmalzahlung aller Kosten möglich. Das lohne sich finanziell nicht mehr, so die VKI-Expertin.

„In der Relation ist es so, dass ich mehr einzahle als ich rauskriege. Wir empfehlen daher Alternativen zu überlegen,“ empfiehlt Kreindl. Eine Möglichkeit sei etwa eine Regelung mit einer Vertrauensperson. Man übergibt dieser zu Lebzeiten ein Sparbuch mit dem für die Beerdigung vorgesehenen Geldbetrag, und vereinbart, dass die Vertrauensperson sich um diese kümmern wird. „Da braucht es keinen Versicherer dazwischen, der ja eigentlich nur Kosten verursacht,“ so Kreindl weiter.

Verschiedene Urnen in einem Kasten

dpa/Fredrik von Erichsen

Seit längerem werden vermehrt Feuerbestattungen gewählt

Sparbuch samt Losungswort an Vertrauensperson

Banken bieten hier etwa die Möglichkeit eines Losungswort-Sparbuchs (es ist auf maximal 15.000 Euro begrenzt) das zu Lebzeiten samt Losungswort übergeben und verschenkt werden kann. Damit fällt es nicht in den Nachlass. Im Fall der Fälle kann die Vertrauensperson das Geld dann sofort beheben. Die Schenkung des Begräbnisgeldes in bar ist genauso möglich.

Wissen sollte man aber, dass freilich auch ein früherer Zugriff auf das Geld jederzeit möglich ist. Fehlt das Vertrauen, dass die Hinterbliebenen das Gesparte wirklich für das Begräbnis, und nicht etwa schon vorher für eine Urlaubsreise ausgeben, ist die teurere Sterbekostenversicherung als zweckgebundene und damit rechtlich sicherste Variante durchaus überlegenswert, raten Notare. Will man zudem sichergehen, dass das Begräbnis genau so gestaltet wird, wie man es sich wünscht, gibt es alternativ die Möglichkeit, es schon zu Lebzeiten direkt beim Bestatter zu bestellen und vorab zu bezahlen.

Friedhof

ORF.at/Dominique Hammer

Schon zu Lebzeiten kann die eigene letzte Ruhestätte geplant werden

Testament, Patientenverfügung, Vorsorgevollmacht

„Grundsätzlich ist es empfehlenswert sich mit all diesen Fragen rechtzeitig auseinanderzusetzen. Wo möchte ich begraben werden, wer soll im Testament bedacht werden, was soll mit meinem Körper passieren, brauche ich eine Patientenverfügung oder eine Vorsorgevollmacht - das sind alles ganz wichtige Dinge, die man rechtzeitig erledigen sollte. Da tut man sich selber was Gutes, weil man da beruhigt sein kann - und natürlich auch den Angehörigen“, so Konsumentenschützerin Kreindl.

Beate Macura, help.ORF.at

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