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Zu sehen ist ein Einkaufswagen mit verschiedenen Lebensmitteln.

Kritik an "Österreich-Aufschlag" bei Lebensmitteln

Lebensmittel kosten in Wien um rund ein Fünftel mehr als in Berlin. Das zeigt ein aktueller Preisvergleich der Arbeiterkammer. Ein "Österreich-Aufschlag" sei nach wie vor spürbar, so die AK. Der Handelsverband weist die Kritik zurück.

Wirtschaft

Insgesamt 40 Lebensmitteln aus sieben Geschäften in Wien und acht Geschäften in Berlin wurden für den Preisvergleich herangezogen. Wiener zahlten für den Warenkorb im Februar 88,12 Euro, in Berlin kosteten die Lebensmittel 73,80 Euro. Der "Österreich-Aufschlag" betrage hier 19,4 Prozent, so die AK.

Selbst idente Lebensmittel teurer

"Unsere Vergleiche zeigen seit Jahren hohe Preisaufschläge in Österreich und nicht nur bei den günstigsten Lebensmitteln, sondern auch bei absolut identen Lebensmitteln. Ein Österreich-Aufschlag lässt sich nicht wegleugnen“, so AK-Konsumentenschützerin Gabriele Zgubic.

Der heimische Handelsverband weist die AK-Kritik unterdessen zurück. "Die höheren Preise, soweit vorhanden, haben strukturelle Ursachen. Um die Preisgestaltung zu verstehen, muss man sich die Rahmenbedingungen in Österreich ansehen", so der Handelsverband in einer Aussendung.

Unterschiede von bis zu 171 Prozent

Besonders große Unterschiede habe es bei Hühnerkeulen (in Österreich 171 Prozent teurer als in Deutschland), Feinkristallzucker (52 Prozent), Teebutter (52 Prozent), Mehl (40 Prozent) und Mineralwasser (31 Prozent) gegeben.

"Durch die verhängten Kartellstrafen im Lebensmitteleinzelhandel, bei Molkereien, Brauereiprodukten und alkoholfreien Getränken sehen wir uns grundsätzlich in unserer Kritik bestätigt. Kontrollen bringen etwas. Daher darf man nicht locker lassen," so Zgubic weiter.

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04.03.2016