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Überstunden und Armutslöhne in der Modebranche

Die Clean Clothes Kampagne hat zwei neue Studien zu den Arbeitsbedingungen in den Produktionsländern Polen und Tschechien herausgegeben. Das Ergebnis: Auch wenn "Made in Europe" auf den Bekleidungsetiketten steht, ist das noch lange keine Garantie für faire Arbeitsbedingungen.

Clean Clothes Kampagne

Die zwei neuen Länderdossiers zeigen, dass Arbeiterinnen und Arbeiter auch mitten in Europa Armutslöhne verdienen. Polnische und tschechische Arbeiterinnen und Arbeiter berichten darin davon, Überstunden nicht freiwillig zu leisten und die gesetzlich vorgeschriebenen Überstundenzuschläge nicht zu erhalten. Teils werden Überstunden überhaupt nicht entgolten.

Die untersuchten Beschäftigten gaben Calvin Klein, Schiesser und Hugo Boss als Auftraggeber ihrer Fabriken an, wo sie jedoch gerade den Mindestlohn (312 EUR in Polen und 390 EUR in Tschechien) verdienten - oder weniger.

Diese Praxis verstößt nicht nur gegen Gesetze, die Verweigerung eines Existenzlohnes verletzt auch die Menschenrechte, so die Clean Clothes Kampagne. Tatsächlich benötigten die Menschen etwa dreimal so viel Lohn um ein anständiges Leben führen zu können.

02.02.2016