Standort: help.ORF.at / Meldung: "Fischgenuss ohne schlechtes Gewissen"

Fische im Fischernetz

Fischgenuss ohne schlechtes Gewissen

Geht es nach Greenpeace können wir nur mehr wenige Fischarten bedenkenlos essen. Nicht zu empfehlen sei etwa der überfischte Alaska-Seelachs. "Trotzdem muss man nicht auf Fisch verzichten", heißt es bei der Umweltorganisation. Orientierung bietet die neueste Auflage ihres Fischratgebers.

Ratgeber

"Woher kommt der Fisch auf unseren Tellern und wie wurde er gefangen? Das ist in vereinfachten Grafiken im Fischratgeber dargestellt und daran kann man sich orientieren", sagt Nunu Kaller, Konsumentensprecherin von Greenpeace Österreich.

Überfischte Weltmeere

Aal, Makrele und der beliebte Alaska-Seelachs sind im Ratgeber rot markiert und gelten ausnahmslos als nicht empfehlenswert. "Wir empfehlen auch im Restaurant zu fragen wo der Fische herkommt und wie er gefangen wurde. Bestimmte Fischarten wie Thunfisch, Lachs und Aal sollte man meiden, weil wirklich überfischt sind", so Kaller. Bei überfischte Arten kann sich der Bestand nicht mehr erholen. Laut Welternährungsorganisation, kurz FAO, sind mehr als 60 Prozent der weltweiten Speisefischbestände bis an die Grenze genutzt und fast 30 Prozent bereits überfischt oder erschöpft.

Der Karpfen und die Ausnahmen

In seinem Fischratgeber stuft Greenpeace nur den Karpfen als uneingeschränkt konsumierbar ein. Das heiße aber nicht, dass man nur mehr Karpfen essen darf, sagt Nunu Kaller: "Wer nachhaltig konsumieren will und ökologisch essen möchte, sollte seinen Fischkonsum überdenken und auf die konsumierbaren Arten reduzieren. Und das ist eben nicht nur der Karpfen, sondern etliche Ausnahmen und genau für diese Ausnahmen gibt es den Fischratgeber."

Gute Noten für Bachforelle und Saibling

"Bei der Forelle ist die österreichische Bachforelle die Ausnahme und auch der österreichische Seesaibling ist konsumierbar, wenn er aus geschlossenen Kreisläufen kommt", sagt Kaller. Aus geschlossenen Kreisläufen bedeutet, dass die Fische in Tanks oder Teichen gezüchtet werden, um eine Umweltbelastung zu vermeiden.

115 Arten aus aller Welt bewertet

Zusammen mit Wissenschaftlern hat die Umweltorganisation eine Methode entwickelt, um weltweit gängige Speisefischarten aus Wildfischereien und Aquakulturen zu bewerten. Insgesamt wurden rund 115 Arten eingestuft. Die gesetzlich vorgeschriebenen Kennzeichnungen von Fischprodukten seien für KonsumentInnen schwer zu entschlüsseln, meint Kaller, vom Fanggebiet über das Subfanggebiet bis zum Lateinischen Namen des Fisches. "Der ist wichtig, weil Thunfisch ist nicht gleich Thunfisch ist. Es ist völlig klar, dass die Konsumenten nicht wissen können, welches Kürzel für welches Fanggebiet steht und ob das noch in Ordnung ist", so die Greenpeace-Konsumentensprecherin.

Schleppnetze "ruinieren Meeresboden"

Auch die Fangmethode ist ein Kriterium. Fischen mit Schleppnetzen lehnt Greenpeace ab. "Wenn diese Netze über den Meeresboden gezogen werden ist das wie wenn man mit einem SUW über einen über eine frische Wiese fährt. Man ruiniert einfach den Boden."

Der Fischratgeber kann als Dokument, App oder Kühlschrankposter heruntergeladen werden.

Kathrin Wimmer, help.ORF.at

Mehr zum Thema:

30.01.2016