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Zu sehen ist eine Tastatur eines Computers.

Passwörter sicher verwalten

Ob soziale Netzwerke, E-Mail- oder Bankkonten: Passwörter sind aus dem Alltag nicht mehr wegzudenken. Sie sollen unsere Daten vor dem Zugriff anderer schützen. Um Passwörter sicher zu gestalten und verwalten, gilt es einige Tipps zu beachten.

Datenschutz

Zuerst einmal ist es ratsam, nicht immer dasselbe Passwort zu verwenden. Vor allem wenn es Zugang zu sensiblen Daten, wie etwa Zahlungsinformationen gewährt. Das heißt, man sollte sich mehrere Passwörter und Codes ausdenken. Hilfe bieten sogenannte Passwortgeneratoren. "Das sind Werkzeuge, die zufällig gestaltete Passwörter anbieten. Es ist auch sinnvoll, den Passwortgenerator mit der Funktion eines Passwort Safes zu verbinden", sagt Bernhard Jungwirth vom Internet Ombudsmann.

Passwörter aus dem Zufallsgenerator

Mit Passwortgeneratoren lassen sich komplexe Codes generieren, in den Safes kann man sie verschlüsselt abspeichern. Zugriff hat man mit einem Hauptpasswort. So muss man sich nicht alle Codes merken. Doch das Ganze hat auch eine Kehrseite. Wird das Hauptpasswort geknackt, haben Eindringlinge Zugriff auf alle Codes.

Hauptpasswort auswendig lernen

Der Experte rät, das Hauptpasswort nicht am Computer zu speichern, sondern es auswendig zu lernen. "Ein Schadprogramm, das unabsichtlich am Computer installiert wird, kann solche Passwörter ausfindig machen . Auch wenn ein Computer gestohlen wird, kann man natürlich sehr leicht auf unverschlüsselte Dateien zugreifen", so Jungwirth. Sein Tipp für ein sicheres Passwort: "Nehmen Sie einen Satz wie: "Ich habe gestern einen Apfel gegessen." Verwenden sie die jeweiligen Anfangsbuchstaben für ihr Passwort." Empfehlenswerte Passwortgeneratoren und Safes sind laut Internet Ombudsmann 1Password, Keepass und Lastpass.

Browserspeicherung nicht nutzen

Häufig bietet auch der Browser an, das Passwort zu speichern. Der Internetombudsmann rät allerdings zur Vorsicht: "Diese Passwörter werden zwar verschlüsselt am eigenen Computer abgelegt, trotzdem ist es sichererer, diese Funktionalität nicht zu nutzen, denn man kann sich ja nicht wirklich sicher sein, wer dann eigentlich wirklich Zugriff auf den eigenen Computer hat."

Auch Apps auf dem Smartphone verlangen heute gelegentlich die Eingabe von Passwörtern. Hier empfiehlt Bernhard Jungwirth auf den Anbieter zu achten. Vorsicht ist bei unbekannten Gratisanbietern geboten. So könne etwa die Taschenlampen-App primär dazu dienen, die persönlichen Zugriffsdaten des Anwenders auszuleuchten.

Zwei Wege führen zur Datensicherheit

Um ein deutliches Sicherheitsplus für unsere Passwörter zu erzielen, empfiehlt Bernhard Jungwirth auf die so genannte Zweiwegeauthentifizierung zu achten. Sie wird beim E-Banking verwendet, wo bei Überweisungen neben dem Passwort auch noch eine TAN-Nummer nötig ist, die man separat per SMS aufs Handy gesendet bekommt. Auch Unternehmen wie Google oder Facebook bieten diesen Schutz an. Dafür muss man dem Unternehmen zwar die Mobilnummer verraten, ein gehackter Google- oder Facebook Account könne aber auch große Probleme verursachen, so Jungwirth.

Nicht zuletzt sollte man die Passwörter auch regelmäßig ändern. "Denken sie beim nächsten Frühjahrsputz daran und wenn Sie das im Herbst noch einmal machen, haben Sie schon einiges erreicht."

Paul Urban Blaha, help.ORF.at

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30.01.2016