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Gepäckswagen transportiert Koffer zum Flugzeug

APF: Über 2.000 Beschwerden zu Passagier- und Fahrgastrechten

Seit einem halben Jahr steht enttäuschten Kunden von Bahn-, Bus-, Schiffs- und Flugunternehmen eine neue zentrale Schlichtungsstelle zur Verfügung. Die österreichische Agentur für Passagier- und Fahrgastrechte (APF) soll bei Streitfällen zwischen Reisenden und Unternehmen vermitteln. In den vergangenen sechs Monaten gingen mehr als 2.000 Beschwerden ein. Knapp 300.000 Euro Entschädigung wurden ausbezahlt.

Reisen

In rund der Hälfte der Beschwerden wurde ein Schlichtungsverfahren eingeleitet, sagte die APF-Leiterin Maria-Theresia Röhsler am Donnerstag bei einer Pressekonferenz in Wien. In den anderen Fällen sei die Agentur nicht zuständig gewesen oder die Beschwerdeführer hätten sich im Vorfeld nicht an das betroffene Unternehmen gewandt. Denn zunächst müssen Konsumenten ihre Beschwerde direkt an das Unternehmen richten. Kommt es zu keiner Lösung, springt die Agentur als zweite Instanz ein.

Die APF hilft Reisenden kostenlos im Fall von groben Verspätungen, Ausfällen, fehlender Information und Nichteinhaltung bestimmter Rechte, besonders auch von behinderten Menschen. "Das bedeutet, dass Passagiere immer den vollständigen Entschädigungsbeitrag erhalten und auch im Erfolgsfall keine Provision zahlen müssen", betonte Röhsler.

Flugverkehr ist Spitzenreiter

Insgesamt haben sich in den ersten sechs Monaten 2.069 Passagiere an die Agentur gewandt. Bis jetzt seien die meisten Beschwerden im Flugverkehr eingegangen, gefolgt vom Bahnverkehr mit 324 Beschwerden. Im Busverkehr verzeichnete die APF 17 und im Schiffsverkehr sechs Beschwerden, bilanzierte Röhsler.

Im Flugverkehr wurde in 855 Fällen ein Schlichtungsverfahren eingeleitet. Bereits abgeschlossen wurden 587 Verfahren, davon waren 502 positiv, was eine Erfolgsrate von 86 Prozent ergibt. Insgesamt wurden damit im Flugverkehr 285.184 Euro an finanzieller Entschädigung für die Reisenden ausbezahlt. Knapp die Hälfte der Beschwerden betraf die AUA, gefolgt von Air Berlin mit 20 Prozent, sagte Röhsler. Über 50 Prozent der Reklamationen betrafen Flug-Annullierungen, gefolgt von Verspätungen und Nichtbeförderung. Die durchschnittliche Verfahrensdauer lag im Flugverkehr mit knapp 28 Tagen über dem Bahnverkehr mit 25 Tagen.

Hohe Erfolgsrate auch im Bahnverkehr

Im Bahnverkehr gingen laut APF im vergangenen halben Jahr 324 Beschwerden ein. Die meisten Beschwerden gab es demnach mit 95 Prozent über den ÖBB-Personenverkehr, gefolgt von der ÖBB-Infrastruktur mit zwei Prozent und der Westbahn mit einem Prozent. In Summe leitete die Agentur 157 Verfahren ein, von denen bisher 138 abgeschlossen wurden, davon 130 mit positivem Ausgang. Hier liegt laut APF die Erfolgsrate bei 95 Prozent. An die Bahnkunden wurden insgesamt 8.510 Euro an Entschädigung ausbezahlt.

Die Reisenden beschwerten sich in knapp der Hälfte der Fälle über Fahrpreiserstattungen, gefolgt von Verspätungsentschädigungen. Die APF ist zuständig bei Fluglinien mit Sitz in Österreich bzw. bei Flugantritt oder -ankunft innerhalb Österreichs, aus Drittstaaten nur, wenn die Airline ihren Sitz in der EU hat.

Fernbusse und Schiffe

Im Busverkehr gab es 17 Beschwerden, fünf Verfahren wurde eingeleitet. Konsumenten erhielten 255 Euro an Entschädigung. In diesem Verkehrsbereich ist die Agentur de facto nur für Fernbusse zuständig, denn die zurückgelegte Strecke muss mindestens 250 Kilometer betragen. Im Schiffsverkehr gab es seit dem Sommer 2015 insgesamt sechs Beschwerden, ein Verfahren wurde initiiert.

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14.01.2016