Standort: help.ORF.at / Meldung: "VKI: Bereits 60.000 zu VW-Sammelverfahren angemeldet"

Logo VW

VKI: Bereits 60.000 zu VW-Sammelverfahren angemeldet

Immer mehr Autobesitzer schließen sich einem geplanten europäischen Sammelverfahren gegen Volkswagen (VW) an. Allein der Verein für Konsumenteninformation (VKI) sammelte bereits 56.000 Registrierungen. Und insgesamt verzeichne die Stiftung mit Sitz in den Niederlanden derzeit über 60.000 Angemeldete, so der VKI.

Abgasskandal

"Bisher haben sich rund 60.000 Autobesitzer bei der Stiftung 'Stichting Volkswagen Car Claim' registriert. Wöchentlich kommen mehrere hundert hinzu", sagte der deutsche Rechtsanwalt Julius Reiter der "Rheinischen Post" (Donnerstag-Ausgabe). Der Großteil dieser Anmeldungen stammt aus Österreich, wie der VKI gegenüber help.ORF.at klarstellte: 56.000 vom Abgasskandal Betroffene haben sich bisher über den VKI angemeldet, dazu kommen rund 4.500 direkt über die Plattform der Stiftung selbst. Betroffene können sich auch weiterhin kostenlos zu dem Sammelverfahren anmelden.

Stiftungslösung über Niederlande

Organisiert wird das Verfahren, das mangels Sammelklagerecht über ein niederländisches Stiftungsmodell abgewickelt wird, vom österreichischen Rechtsanwalt Eric Breiteneder und Rechtsanwalt Patrick Haas aus den Niederlanden. Julius Reiter von der Kanzlei Baum, Reiter & Collegen vertritt die Stiftung in Deutschland. Ziel der Stiftung ist ein Generalvergleich zwischen der Stiftung und VW, der dann vom niederländischen Gericht für verbindlich erklärt werden kann, so VKI-Juristin Ulrike Wolf.

Verjährungsverzicht und Ausgleichszahlung

Die "Stichting Volkswagen Car Claim" untersucht laut Homepage "potentielle Ansprüche rund um den Erwerb von Fahrzeugen der VW-Gruppe". Gefordert wird einerseits ein Verjährungsverzicht des Autoherstellers und andererseits ein so genanntes Goodwill-Package, also eine Ausgleichszahlung für alle Geschädigten. In den USA hat VW jedem betroffenen Fahrzeughalter 1.000 Dollar zugesagt, die Stiftung will zumindest eine ähnliche Zahlung auch in Europa durchsetzen.

Ein entsprechendes Schreiben sei VW bereits im Oktober zugestellt worden, das Unternehmen prüfe derzeit den Inhalt und wolle dann auf die Stiftung zukommen, so Breiteneder. Er betonte auch, dass man sich die angekündigten Verbesserungen an den betroffenen Fahrzeugen mit Hilfe eines Sachverständigen genau ansehen werde.

Mehr zum Thema:

14.01.2016