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Logo der Aktion Energiekosten-Stop mit Steckdose und Stoptafel

Energiekostenstopp: Anmeldefrist endet heute

Der Energiemarkt ist in Österreich seit knapp 15 Jahren liberalisiert, Konsumenten können ihren Gas- und Stromanbieter frei wählen. Doch rund 80 Prozent der österreichischen Haushalte haben diese Möglichkeit bis dato nicht in Anspruch genommen. Mit der Aktion "Energiekostenstopp" möchte der Verein für Konsumenteninformation eben diese Haushalte dazu motivieren, einen günstigeren Energielieferanten in Betracht zu ziehen. Bis elften Jänner kann man sich anmelden.

Sammelaktion

Zweimal hat der VKI die Gemeinschaftsaktion "Energiekostenstopp" bereits erfolgreich durchgeführt, momentan läuft die dritte Runde, sagt Cora James, die Projektleiterin der Aktion: "In einer ersten Phase kann man sich als Konsument unverbindlich anmelden. Da muss man nur online Daten wie Name, Emailadresse, Postleitzahl und derzeitiger Energieversorger angeben. Dann ermitteln wir als VKI in einem Bestbieterverfahren den günstigsten Preis, sprich wir geben gewisse Qualitätskriterien vor und jeder österreichweite Anbieter kann zu diesen Konditionen einen Preis bieten."

Die Anmeldefrist läuft noch bis elften Jänner. Danach werden die Bestbieter ermittelt und die Konsumenten erhalten ein unverbindliches Angebot. Erst dann müssen sie sich für oder gegen einen Wechsel entscheiden, so James.

Strenge Kriterien für Bieter

Wichtig sei, dass es bei einem Anbieter eine Preisgarantie von einem Jahr gibt. Außerdem lege man Wert darauf, dass ein günstiges Angebot nicht durch Einmalrabatte zustande komme, sagt James: "Da geht es darum, dass oft bei Wechselangeboten relative hohe Wechselrabatte dabei sind und man dann im zweiten Jahr vielleicht unfreiwillig plötzlich um sehr viel mehr zahlt." Genau das will der VKI vermeiden. Wenn es keine Einmalrabatte gibt, müssen die Energieanbieter die Konsumenten außerdem in jedem Fall über geplante Preiserhöhungen informieren. Ein weiteres Kriterium betrifft die Umweltverträglichkeit: Nur Anbieter von Öko-Strom sind am Bieterverfahren beteiligt.

Anbieterwechel zahlt sich aus

Wenn sich ein Konsument für das Gemeinschaftsangebot entscheidet und Anbieter wechselt, werden Einzelverträge abgeschlossen. Der günstige Preis, den der VKI mit den Energieanbietern verhandelt, ist laut Cora James eine Folge von Angebot und Nachfrage: "Wenn der Markt lebt, wenn sich genügend Leute dafür interessieren, dann ist es auch möglich, dass man diesen Preis an die Konsumenten weitergibt."

Laut VKI zahlt sich ein Anbieterwechsel in vielen Fällen aus: Zurzeit könne ein durchschnittlicher Haushalt bei Gas maximal 210 Euro und bei Strom maximal 240 Euro pro Jahr einsparen. Dass 80 Prozent der österreichischen Haushalte bis dato dennoch nicht gewechselt haben, hat nach Ansicht von Cora James auch mit der Angst vor aufwändigen Formalitäten zu tun. Diese Angst sei mittlerweile allerdings unbegründet: "Das Ganze geht online, man füllt die notwendigen Daten aus, schließt den Vertrag online ab und die Formalitäten übernimmt der neue Anbieter."

15,4 Millionen Euro Ersparnis

Die Aktion "Energiekostenstopp" sieht Cora James deswegen vordergründig als Instrument der Konsumenteninformation. Sie soll zeigen, dass ein Wechsel mit wenig Aufwand und hoher Kostenersparnis verbunden sein kann.

Zweimal ist das bereit mit Erfolg gelungen: Bei den ersten beiden Durchläufen 2013 und 2014 konnte der VKI mehr als 115.000 Wechselaufträge für Strom und Gas erzielen und für die Haushalte eine Gesamtersparnis von 15,4 Millionen Euro lukrieren. Bei der aktuellen Aktion ist eine unverbindliche Onlineregistrierung noch bis kommenden Montag, den 11. Jänner, möglich. 37.000 Teilnehmer haben sich bereits registriert.

Marlene Nowotny, help.ORF.at

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09.01.2016