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Reinanke mit Zitrone und Petersilie

Umweltschützer fanden Quecksilber in heimischen Fischen

Für besonders gefährliche Umweltgifte wie Quecksilber hat die EU Umweltqualitätsnormen festgelegt. Für Fisch liegt der Wert bei 20 Mikrogramm Quecksilber pro Kilogramm Frischgewicht. Global 2000 hat heimischen Fisch aus sieben Gewässern auf den Schadstoff untersucht. Die Quecksilberbelastung lag bei sechs der acht Fischproben - teilweise deutlich - über der vorgegebenen Umweltqualitätsnorm.

Umwelt

In der EU-Richtlinie für Umweltqualitätsnormen aus dem Jahr 2008 werden Bestimmungen für umweltgefährdende Stoffe für den Wasserbereich festgeschrieben, die zu akuter und chronischer Giftigkeit für Wasserlebewesen oder zur Anreicherung von Schadstoffen in Ökosystemen führen können.

Ergebnisse im Detail

Die acht Fischproben stammen von typischen österreichischen Fischen wie Saibling, Karpfen und Forelle. Die Aitln, karpfenähnliche Fische aus der Donau nahe Wien und die Saiblinge aus dem Attersee wiesen mit einer Belastung von 190 bzw. 180 Mikrogramm Quecksilber pro Kilogramm Frischgewicht besonders hohe Überschreitungen auf und lagen somit das Neuneinhalb- bzw. das Neunfache über der Umweltqualitätsnorm von 20 Mikrogramm Quecksilber pro Kilogramm Frischgewicht. Bei Bachforellen aus dem Kamp und Felchen aus dem Bodensee betrug die Quecksilberbelastung 82 bzw. 86 Mikrogramm, Karpfen aus dem Neusiedlersee kamen mit 55 Mikrogramm Quecksilber pro Kilogramm Frischgewicht auf mehr als die doppelte Belastung.

Lediglich Regenbogenforellen und Bachforellen aus der Ois, einem Zubringer der Ybbs, wiesen mit Quecksilberwerten von 14 bzw. zwölf Mikrogramm Quecksilber pro Kilogramm Frischgewicht Belastungen unter der Umweltqualitätsnorm auf.

Ursachen der Quecksilberbelastung

Weltweit sind die Hauptfaktoren für menschliche Quecksilberemissionen der Goldbergbau und die Verbrennung von Kohle, substantielle Mengen kommen auch durch Vulkanausbrüche in Umlauf. In Europa und Österreich sind die Industrie und die Verbrennung von Kohle bei der Stromerzeugung hauptverantwortlich für die jährlich neu hinzukommenden Quecksilber-Emissionen. Global 2000 appelliert daher an die Politik, den Ausstieg aus der Stromerzeugung durch Kohlekraftwerke voranzutreiben.

Quecksilber-Grenzwerte für den Verzehr von Fischen

Quecksilber wird von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) als eine der zehn größten Bedrohungen für die menschliche Gesundheit eingestuft. Über biologische Prozesse wird es in das besonders giftige Methylquecksilber verwandelt. Untersuchungen zeigen, dass Quecksilber im Fisch zu etwa 70 bis 100 Prozent als giftiges Methylquecksilber vorliegt. Die jetzt gemessenen Werte liegen unter den für Lebensmittel als gefährlich eingestuften Werten von 500 Mikrogramm bzw. 1000 Mikrogramm pro Kilogramm Frischgewicht.

06.10.2014