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Europafahne im Wind

Strengere Vorschriften für Elektroschrott-Sammlung in Kraft

EU-weit treten am heutigen Montag neue Vorschriften für die Sammlung und Behandlung von Elektroschrott in Kraft. Mit der neuen EU-Richtlinie werden ab 2016 Rücknahmeziele für verkaufte Elektronikgeräte von 45 Prozent des Durchschnittsgewichts der Geräte eingeführt. Ab 2019 gelten dann Rücknahmeziele von 65 Prozent des Durchschnittsgewichts verkaufter Geräte bzw. 85 Prozent aller anfallenden Altgeräte.

EU

Nach Angaben der EU-Kommission wird zurzeit nur ein Drittel des in der EU anfallenden Elektroschrotts gesammelt. Das bisherige Rücknahmeziel der EU liegt, gemessen an einem jährlichen Elektroschrottaufkommen in der EU von rund zehn Millionen Tonnen, bei vier Kilogramm Elektromüll pro Verbraucher bzw. bei etwa zwei Millionen Tonnen im Jahr. Bis 2020 wird das Elektroschrott-Volumen auf schätzungsweise zwölf Millionen Tonnen ansteigen, erklärte die EU-Behörde. Das Endziel der neuen Richtlinie soll gewährleisten, dass im Jahr 2020 in der EU rund zehn Millionen Tonnen beziehungsweise etwa 20 Kilogramm pro Verbraucher separat gesammelt werden.

Bis spätestens 14. Februar 2014 müssen die EU-Staaten ihre bisherigen Vorschriften für Elektro- und Elektronik-Altgeräte ändern und mit der neuen Richtlinie und den neuen Zielen in Einklang bringen. Verbraucher können dann kleine E-Müllmengen in großen Einzelhandelsläden abgeben, es sei denn, es kann nachgewiesen werden, dass bestehende alternative Sammelsysteme mindestens ebenso wirksam sind.

Umweltaspekt

Elektro- und Elektronik-Altgeräte bilden einen der am schnellsten anschwellenden Abfallströme, der umfangreiche Möglichkeiten für die Vermarktung sekundärer Rohstoffe bietet. Dafür notwendig ist die Rücknahme und sachgerechte Behandlung der in ausgedienten Fernsehgeräten, Laptops und Mobiltelefonen verwendeten Recyclingmaterialien wie Gold, Silber, Kupfer und seltenen Metallen.

Entwicklung

Die bisherige Richtlinie über Elektro- und Elektronik-Altgeräte ist seit Februar 2003 in Kraft. Sie sah die Einrichtung von Sammelstellen vor, an denen Verbraucher ihre ausgedienten Altgeräte kostenfrei abgeben können. Damit sollte eine Gefährdung der menschlichen Gesundheit und der Umwelt durch in Elektro- und Elektronik-Altgeräten enthaltene Schadstoffe verhindert und das Recycling bzw. die Wiederverwendung von Geräten und Materialien gefördert werden. Im Dezember 2008 schlug die Kommission eine Neufassung der Richtlinie über Elektro- und Elektronik-Altgeräte vor, die daraufhin geändert wurde. Parlament und Rat haben die Neufassung angenommen

Mehr Info über Industrieanlagen

Ebenfalls am Montag tritt eine Neufassung der sogenannten Seveso-Richtlinie in Kraft. Sie soll gewährleisten, dass die EU-Bürger über große Gefahren durch Industrieanlagen in den Bereichen Chemie, Petrochemie und Metallaufbereitung in ihrer unmittelbaren Umgebung besser informiert werden. Durch die EU-Richtlinie werden die Mitgliedstaaten verpflichtet, Notfallpläne für Gebiete in der Umgebung von Industrieanlagen zu erarbeiten, in denen sich große Mengen gefährlicher Stoffe befinden.

13.08.2012