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Vor- und Nachteile von Schwellenländer-Aktienfonds

Während es in vielen Industrieländern derzeit zum Teil gröbste wirtschaftliche Probleme gibt, boomen sogenannte Schwellenländer wie Brasilien, Russland, China, Indien, die Türkei oder Südafrika. Das schlägt sich auch auf die Aktienkurse nieder. Im Zehnjahresverlauf sind sie um 160 % gestiegen. Für Durchschnittsanleger ist dennoch Vorsicht geboten. Während der Finanzkrise brachen die Kurse um deutlich über die Hälfte ein, und auch nach der zwischenzeitlichen Erholung sackten sie im Vorjahr erneut um ein Fünftel ab. Die Stiftung Warentest hat sich für ihre Zeitschrift "Finanztest“ genauer angeschaut, welche Vor- und Nachteile Schwellenländer-Aktienfondshaben können.

Tipp

Wer zu Beginn 2011 in Schwellenländerfonds investiert hat, musste zunächst Verluste von 20 % verkraften. Thomas Krüger, Projektleiter von "Finanztest", rät dennoch zu Investitionen in Fonds von Schwellenländerunternehmen: "Wir betrachten Investitionen in Aktien im Allgemeinen und ganz besonders in Aktien von Schwellenländerunternehmen eher als langfristige Geldanlage, bei der es einem relativ egal sein kann, was die Kurse in jüngster Zeit gemacht haben oder machen werden.“

Risiken

Ein Merkmal dieser Emerging Markets: Sie haben in den vergangenen Jahren bereits überdurchschnittliche Wachstumsraten hingelegt und werden dies in den nächsten Jahren hoffentlich auch weiterhin tun. Risikolos ist die Investition in Schwellenländer aber nicht, warnt der Stiftung Warentest-Experte:

"Wenn man in Schwellenländer investiert, hat man zum einen natürlich die Risiken, die man immer hat, wenn man in Aktien investiert. Das heißt: Es kann passieren, dass eben die Kurse in naher Zukunft noch mal richtig absacken. Zwischendurch wird es auch immer wieder Dämpfer geben. Das heißt: Das Risiko der Aktienmärkte hat man dort wie eben auch in entwickelten Ländern. Zusätzlich kommen bei Schwellenländern noch die Probleme der politischen Unsicherheit. Man weiß nicht, wie sich dort die politischen Systeme weiter entwickeln werden. Es gibt auch ökonomische Unsicherheiten. Es kann sein, dass dort das Unternehmen, in das man investiert hat, ganz gut laufen, aber der Wechselkurs sich so schlecht entwickelt, dass die Gewinne alle wieder aufgefressen werden. Also da gibt es einfach mehr Risiken als bei Unternehmen in entwickelten Ländern. Das muss man als Anleger wissen. Es wird sich wahrscheinlich daran zeigen, dass die Kurse dort mehr schwanken werden als bei Unternehmen von entwickelten Ländern.“

Und dennoch empfiehlt Krüger, bis zu 20 Prozent in Schwellenländer-Unternehmen zu investieren. Denn die zunehmende Bedeutung ist unbestritten.

Nur wenige Fonds empfehlenswert

157 Schwellenländerfonds hat sich "Finanztest" genauer angeschaut. Nur ein kleiner Teil dieser untersuchten Fonds hat es auf die Empfehlungsliste geschafft, resümiert Thomas Krüger:

"Aus unserer Sicht wäre die erste Empfehlung einen Indexfonds zu kaufen. Da wäre zum Beispiel der von "iShares" auf den MSCI Emerging Markets, über den investiert man in 21 Schwellenländer. Das ist für uns ein gutes Investment. Legen Sie aber nur den Teil in Aktienfonds an, den Sie langfristig entbehren können. Und wählen Sie keinen Fonds, der nur in ein Schwellenland investiert, sondern streuen Sie Ihr Risiko. Dann verkraften Sie auch Phasen, in denen die Börsenkurven für eine Weile nach unten gehen."

31.03.2012