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eine Frau führt eine Tablette zum Mund

Warnung vor Schlankheitsmitteln

Schlank und fit möchten viele sein. Das Wollen stimmt aber häufig nicht mit der Realität überein und so sind mit Mitteln, die angeblich zur "Topfigur" führen, gute Geschäfte zu machen. In Apotheken und Drogeriemärkten werden viele Schlankmacher und Nahrungsergänzungsmittel rezeptfrei angeboten, die alle verheißen, Gewicht zu reduzieren. Und das sogar ganz einfach, ganz nebenbei, schnell und selbst im Schlaf. Aber die Pille, die mit Leichtigkeit zu Idealmaßen führt, gibt es nicht.

Gesundheit

Mehr als 40 Prozent aller Österreicherinnen und Österreicher leiden an Übergewicht. Viele sind damit unglücklich und würden gern ein paar Kilos loswerden. Und das am liebsten schnell und mit möglichst wenig Aufwand. Sogenannte Schlankmacher versprechen da schnellen Erfolg und das Angebot ist reichhaltig.

Nahrungsersatzmittel

Manche Produkte sollen die Gewichtsreduktion durch Nahrungsersatzmittel herbeiführen: Proteinpulver, in Flüssigkeit eingerührt, geben dem Körper die Kalorien, die er braucht. Wer drei bis fünf Kilo abnehmen möchte, für den kann das geeignet sein. Für eine dauerhafte Gewichtsreduktion sind solche Produkte aber nicht das Richtige. Lässt man die Drinks nach einer Weile wieder weg, kehrt man nämlich zu den vorherigen ungünstigen Ernährungsgewohnheiten zurück, und hat in kurzer Zeit das Doppelte des verlorenen Gewichts wieder zugenommen.

Sättigungsprodukte

Andere Produkte sollen vor allem den Magen füllen. Diese Substanzen quellen im Magen auf und vergrößern ihn, erzeugen damit ein "Völlegefühl". Setzt man die Präparate ab, muss der Magen anderweitig gefüllt werden und man kehrt oft schnell wieder zu den alten Essgewohnheiten zurück. Die Kilos zeigen sich dann so schnell wieder auf der Waage, wie sie zuvor gepurzelt sind.

Auch die sogenannten „Fettburnerpillen“ und andere Schlankmachertabletten bringen meist nicht viel, warnt Karl Reinwald, Leiter der Adipositas-Chirugie im Kölner St. Franziskus-Hospital. Aus medizinischer Sicht sind sie sogar bedenklich, erklärte er im WDR-Konsumentenmagazin Quintessenz: "Es gibt da verschiedene Substanzklassen, aber die Fettresorptionshemmer führen zu vielen Nebenwirkungen und vielleicht zu einem vorübergehenden Gewichtsverlust von zwei bis drei Kilogramm und die anderen, diese eher Appetit zu reduzierenden Substanzen haben sehr viele Nebenwirkungen und für die gilt das gleiche - ich kann davon nur abraten."

Zwischen 15 und 200 Euro pro Packung

Die angeblichen Wundermittel nützen also nur dem Verdienst der Hersteller. Die zweifelhaften Produkte kosten nämlich zwischen 15 und 200 Euro pro Packung. Wer wirklich ernsthaft abnehmen will, kann das viel kostengünstiger. Allerdings nicht völlig mühelos, sagt Prof. Reinwald: "Was ich wirklich empfehlen kann, ist eine Ernährungsumstellung, erzielt durch eine Ernährungsberatung, zusätzlich eine Steigerung des Kalorienverbrauches durch Bewegungssteigerung und Sport und gegebenenfalls eine zusätzliche Verhaltenstherapie."

Um also bereits vorhandenes Fett abzubauen braucht es in Kombination mit einer kalorienreduzierten Ernährung etwa 10.000 Schritte täglich gehen, täglich Fahrradfahren plus zwei Mal in der Woche eine Stunde halbwegs intensiven Sport.

Gefährliche Schlankmacher

Einige angeblich "natürliche", übers Internet vertriebene Schlankheitsmittel sind übrigens sogar lebensgefährlich, können Gedächtnisstörungen, beeinträchtigtes Erinnerungsvermögen, Kopfschmerzen, Schlaflosigkeit, Sprach- oder Sehstörungen und Migräneattacken verursachen, warnt die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen.

28.01.2012