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Neues EU-Energielabel für Elektrohaushaltsgeräte

Neues Energielabel für Elektrohaushaltsgeräte

Seit heute gibt es EU-weit ein neues Energielabel für den Stromverbrauch von Elektrohaushaltsgeräten. Eine notwendige Maßnahme, weil die bisherige Kennzeichnung mit den Buchstaben A bis G nicht mehr aussagekräftig ist. So sind zum Beispiel die meisten Kühlgeräte bereits unter A einzustufen. Verbraucher- und Umweltschützer bezweifeln allerdings, dass die neue Kennzeichnung für nötige Klarheit sorgen wird.

Energiesparen

Kritische Beurteilung

Eigentlich sei es ein erfreulicher Grund, dass das EU-Energielabel und die Bewertungskriterien nun erneuert werden, erklärte Gerd Rosenkranz, der Pressesprecher der Deutschen Umwelthilfe gegenüber dem Deutschlandfunk. Viele Elektrogeräte würden inzwischen so wenig Strom verbrauchen, dass die bisherige Kennzeichnung mit den Buchstaben A bis G nicht mehr ausreiche. Die alten Label stammen aus der Mitte der 90er-Jahre und es sei absehbar gewesen, dass irgendwann alle Neugeräte in der Kategorie A gelandet wären.

Mit der Neuregelung seien die Umweltschützer aber nicht ganz glücklich, sagt Rosenkranz.

Neue Kennzeichnung

Die altbekannte Skala wird nun über das A hinaus ausgeweitet: und zwar um die Werte A+, A++ und A+++.

Das neue Bewertungssystem gilt ab 30. November für Kühl- und Gefriergeräte sowie für Fernseher. Ab 20. Dezember dann auch für Waschmaschinen und Geschirrspüler.

Keine Orientierungshilfe

Eigentlich soll mit dem neuen System die Orientierung für Kunden verbessert werden, damit sie die energieeffizientesten Geräte besser als mit der alten Skala erkennen können.

Das funktioniere so aber nicht, moniert Holger Krawinkel, Energieexperte beim Verbraucherzentrale Bundesverband.
Es seien jetzt schon Geräte mit drei Plus-Zeichen auf dem Markt mit der zusätzlichen Aufschrift "minus 20 Prozent". Der Versuch, die Kennzeichnung nach oben hin offen zu gestalten, sei offensichtlich gescheitert, sagt Krawinkel. Der Bundesverband der Verbraucherzentrale habe das neue Label von vornherein abgelehnt. Denn ein A-Gerät könne das viert- oder fünftschlechteste Gerät sein. Und das sei nicht gerade förderlich, um die Kunden dazu zu bewegen, besonders energieeffiziente Geräte zu kaufen.

A sorgt für Verwirrung

Auch Gerd Rosenkranz rät davon ab, jetzt einfach zu glauben, die Kategorie A stehe auf jeden Fall für ein gutes Produkt. Er zeigt das am Beispiel der Kühlschränke. Unter A verstehe man traditionell die Handelsklasse A. Da denke man automatisch, das sei gut. Mit A klassifizierte Kühlschränke werden ab Mitte 2012 verboten und dürfen dann mehr verkauft werden. Bei Kühlgeräten sei es heute so, dass A++ 50 Prozent weniger Energie verbrauchen darf als A, sagt Rosenkranz. Und er glaube nicht, dass die Verbraucher das wissen. Die Leute denken A ist in Ordnung und A++ ist sozusagen Luxus.

Keine Umettikettierung

Verwirrend wird für die Verbraucher auch, dass Geräte, die jetzt schon in den Kaufhäusern stehen oder in gedruckten Werbekatalogen angepriesen werden und noch das bisherige EU-Label tragen, nicht umetikettiert werden müssen. Das Ende der Übergangsfristen bezieht sich nämlich nur auf Waren, die "neu in den Verkehr" gebracht werden. So kann es durchaus passieren, dass das neue und das alte Label noch auf Produkten kleben, die nebeneinander im Sortiment stehen und zwischen denen sich der Käufer in spe entscheiden muss.

Tipp der Verbraucherschützer

Holger Krawinkel rät daher, sich auf jeden Fall beraten zu lassen. Denn welches Gerät wirklich am besten sei, könne aus dem Label nicht so ohne Weiteres erkannt werden.

Lichtblicke

Ein paar Lichtblicke bietet das neue EU-Elektrolabel aber doch: Bei Fernsehgeräten gibt es jetzt ein Piktogramm, das einen "echten" Ausschalter hervorhebt, wenn also das Gerät mit dem Aus-Knopf wirklich ausgeschaltet werden kann und nicht mehr heimlich Strom zieht. Und bei Waschmaschinen zeigt ein anderes Piktogramm die maximale Geräuschemission in Dezibel.

Für alle anderen Elektrohaushaltsgeräte wie zum Beispiel Elektrobacköfen oder Wäschetrockner bleibt vorerst die alte, vertraute Kennzeichnung mit den Buchstaben A bis G in Kraft. Ohne Plus, Triple-Plus und sonstige Schnörkel.

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30.11.2011