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Motorola Xoom neben Espressotasse und Notizbuch

Motorola Xoom: Des iPads schärfster Konkurrent

Das Motorola Xoom ist der erste Tablet-Rechner mit Googles Mobilbetriebssystem Android 3.x alias Honeycomb. Es ist der erste Vorbote einer ganzen Welle von Android-Tablets, die im Sommer erscheinen sollen. Das Xoom zeigt Stärken und Schwächen der neuen OS-Generation von Google - und ob diese gut genug ist, Apples iPad 2 Paroli zu bieten.

Geräte

Anders als das iPad ist das Xoom auch bei Mobilfunkern in einem Datentarifbündel zu kaufen. Während das Gerät in Deutschland in dieser Form vorerst exklusiv über T-Mobile angeboten wird, bekam in Österreich A1 (Telekom Austria) den Zuschlag. Der Verkauf soll dort noch im Mai starten, genauere Details zu den Tarifen gab der Provider zum Zeitpunkt der Veröffentlichung dieses Artikels noch nicht bekannt. Verschiedene Versender im Netz verkaufen das Xoom ohne Mobilfunkvertrag. Dort kostet die Version ohne 3G-Verbindung in der Regel knapp 600 Euro ohne Versandkosten, ein 3G-Xoom ohne Vertrag schlägt mit rund 700 Euro zu Buche.

Sicherheitslücke in Android

Informatiker der Universität Ulm haben am 13. Mai eine Sicherheitslücke in Android veröffentlicht. Bis Version 2.3.3 haben Android-Geräte bei der Synchronisation mit Kalender, Kontakten und dem Fotodienst Picasa Login-Daten in sogenannten Tokens unverschlüsselt übers Netz übertragen. Dies ermöglichte es Angreifern, die Daten beispielsweise in offenen WLAN-Netzen mit einfachen Methoden abzugreifen und Zugang zu besagten Diensten zu erlangen. Das Xoom läuft unter Android 3.x und verbindet sich mit besagten PIM-Diensten über eine verschlüsselte Verbindung - auch die Sicherheitslücke bei Picasa soll schon bald geschlossen werden. Aber: Auch Apps, die nicht von Google stammen und nachträglich installiert wurden, können dieses Problem haben. Die Forscher empfehlen daher den Nutzern, die automatische Synchronisation abzuschalten, wenn sie in offenen WLAN-Netzen unterwegs sind.

Beide Versionen bieten 32 GB SSD-Massenspeicher, von denen ungefähr 30 für Apps und andere Daten zur Verfügung stehen. Versionen mit mehr oder weniger Speicher gibt es derzeit nicht im Handel. Das Xoom hat zwar einen Schacht für MicroSD-Karten, aber dieser wird sich erst nach einem Software-Update nutzen lassen.

Apple verkauft sein iPad 2 mit 32 GB für 579 Euro (WLAN) beziehungsweise 699 Euro (WLAN und 3G). Bei den Preisen herrscht also ungefähr Gleichstand, freilich ist das iPad auch in günstigeren Konfigurationen mit 16 GB (ab 479 Euro) zu haben.

Obwohl Google das Update auf das Betriebssystem Android Honeycomb Version 3.1 speziell für das Xoom am 10. Mai ausgespielt hat, behauptete unser Testgerät auch Tage danach noch, dass die Systemsoftware auf dem neuesten Stand sei, der Test lief daher unter Android 3.0.1.

Viele Hersteller von Android-Mobilgeräten modifizieren das Betriebssystem nach ihren Vorstellungen und liefern Dienstprogramme mit. Für das Xoom trifft das nicht zu, die darauf ab Werk installierte Honeycomb-Version kommt direkt von Google und wurde nicht weiter verändert.

Motorola-Tablet Xoom auf schwarzem Tisch neben Espressotasse und Notizbuch

Das Motorola-Tablet wird mit einem Micro-USB-Kabel zur Verbindung mit dem Rechner sowie mit einem Ladegerät ausgeliefert. Letzteres kommt leider mit einem klobigen Schuko-Stecker daher, so nimmt das Netzteil auf Reisen mehr Platz weg als sein Pendant von Apple. Über die USB-Verbindung ließ sich das Tablet im Test nicht laden. Das Netzteil bietet auch keinen USB-Stecker, wie er bei modernen Mobiltelefonen Standard ist.

Netzteil des Motorola Xoom
Klobiger Netzstecker

Das Xoom selbst unterscheidet sich schon in den Proportionen vom iPad. Während der Bildschirm des Apple-Geräts eine Diagonale von 9,7 Zoll (24,6 cm) im Seitenverhältnis von 4:3 bei einer Auflösung von 1024 x 768 Pixel bei 132 Pixel pro Zoll aufweist, hat der des Xooms eine Diagonale von 10,1 Zoll (25,65 cm) in Breitbild-WXGA-Auflösung (1280 x 800 Pixel bei 150 Pixel pro Zoll). Es sei bereits hier angemerkt, dass sich die Multitouchscreens des iPads und des Xooms in Sachen Helligkeit um nichts nachstehen. Am Format können sich aber schon die Geister scheiden. Das Xoom kommt dem Liebhaber von Filmen eher entgegen, während die Proportionen des iPads harmonischer wirken.

Mit 730 Gramm ist das Xoom um 130 Gramm schwerer als das iPad 2. Dieser Unterschied scheint nicht groß zu sein, aber beim längeren Lesen ist das leichtere Gerät stets im Vorteil. Das Xoom ist mit maximal 12,9 mm auch dicker als das iPad 2 (8,8 mm) und das Rückteil ist nicht ganz flach, sondern leicht nach außen gewölbt. Anders als das Ur-iPad liegt es aber sicher und stabil auf dem Tisch, ohne zu wackeln. In den Händen fühlt sich das Android-Tablet gut an, die rückwärtige Schale des Gehäuses besteht aus eloxiertem Aluminium, im oberen Fünftel aus robustem Kunststoff, der besseren Funkverbindung wegen.

Lange Akkulaufzeit

Der Akku des Xoom lässt sich, wie der des iPads, vom Benutzer nicht wechseln. Motorola gibt an, dass er beim Browsen via UMTS "bis zu" neun Stunden halten werde, im WLAN sollen es zehn Stunden sein. Das deckt sich exakt mit den Angaben, die Apple für das iPad 2 macht. Wie das iPad hält auch das Xoom die Akkuladung sehr gut, der Hersteller gibt 14 Tage Standby-Zeit an.

Bei maximaler Bildschirmhelligkeit und Funknetz-Mischbetrieb muss das Xoom aber schon früher wieder an die Steckdose. Ab Werk ist auch die Frist, nach der das Gerät in den Standby-Modus geht und den Bildschirm - den mit weitem Abstand größten Verbraucher - abschaltet, sehr kurz gewählt, es schaltet sich schon nach 30 Sekunden ab. Praxisgerecht ist das bei einem Gerät, das eher dem passiven Medienkonsum dient, aber nicht. Im Alltagsbetrieb konnten wir keinen großen Unterschied in der Laufzeit von iPad 2 und Xoom feststellen, das dünnere und leichtere iPad hat in dieser Disziplin allenfalls einen leichten Vorsprung.

Rückseite des Motorola Xoom mit Kamera, LED-Blitz, Lautsprecher und Hauptschalter
Rückseite: 5-Megapixel-Kamera, LED-Blitz, einer der beiden Lautsprecher, Hauptschalter

Der Hauptschalter des Xoom befindet sich, für iPad-User ungewohnt, auf der Rückseite des Geräts, auf Höhe der ersten Kamera und deren LED-Blitz. Nimmt der Nutzer das Tablet in die Hand, lässt sich der Knopf schnell ertasten. Für einen Kaltstart lässt sich das Xoom 38 Sekunden Zeit, allerdings sind Neustarts in der Regel nicht notwendig und beim Aufwachen aus dem Standby-Modus ist das Gerät sofort präsent und mit dem Netz verbunden. Beim ersten Start wird der Nutzer vom Betriebssystem dazu aufgefordert, einen Google-Account anzulegen oder einen bereits bestehenden einzugeben.

Entscheidet er sich für Letzteres, muss er sich bei den üblichen Google-Diensten erst gar nicht mehr einloggen, auch Bilder, die irgendwann während eines Tests auf Googles Digitalfotoportal Picasa hochgeladen worden sind, erscheinen nach der Synchronisation sogleich in der Galerie, ein Moment, der verdeutlicht, dass in der IT "praktisch" nur zu oft mit "unheimlich" gleichzusetzen ist.

Robocops Betriebssystem

Die Honeycomb-Benutzeroberfläche, gestaltet von dem ehemaligen Palm-Designer Matias Duarte, hat mit der bauhausig-ruhigen Icon-Matrix von iOS wenig gemeinsam. Es herrscht eine Tendenz zu dramatisch-tiefem Neonblau und Transparenzeffekten, die an Hollywood-Betriebssysteme gemahnt, der Wechsel zwischen den Desktops wird etwa als Gleiten von 3-D-Rahmen visualisiert - der mit Blockbustern sozialisierte User erwartet hinter der nächsten Wischbewegung unmittelbar einen vergessenen Minority Report. Die Typographie vermittelt dem User den Eindruck, die Fernbedienung zum Robocop-Modell der vorletzten Saison in den Händen zu halten.

In den Einstellungen hat Omni Consumer Products, pardon: Google, aber dann doch für mehr Ruhe gesorgt, Nutzer anderer Android-Geräte finden sich dort schnell zurecht, hier ist das Layout klar und ruhig. Unpraktisch: In den Systemeinstellungen wird der Scrollbalken nur dann eingeblendet, wenn der Nutzer gerade seinen Finger über den Menüpunkten bewegt. Dadurch entsteht schnell der Eindruck, dass die gerade nicht sichtbaren Menüpunkte auch gar nicht vorhanden sind.

Schnittstellen des Motorola Xoom
Schnittstellen: Micro-USB, HDMI, Netzgerät

Geschmackvoll ist die Honeycomb-Oberfläche zwar nicht unbedingt, aber sie ist schnell zu erlernen, praktisch und liefert dem Nutzer bedeutend mehr Informationen als jene des iPads. Rechts unten zeigt das System Zeit, Netzwerkverbindung und Akkustatus an (leider nur in Prozent, nicht in Minuten), auch die letzten Systemhinweise und User-Aktionen wie Einkäufe im Android Market und Downloads werden hier protokolliert. Links unten am Bildschirm befinden sich die Navigationselemente: "Zurück", "Home", der Task-Manager zum Umschalten zwischen laufenden Programmen sowie - bei Software, die für ältere Android-Versionen geschrieben wurde - eines für deren Hauptmenüs.

Die Android-Desktops lassen sich außer mit den Icons der Anwendungen auch mit kleinen Hilfsprogrammen (Widgets) und mit Shortcuts zu häufig benutzten Websites befüllen. Seit Android Honeycomb 3.1, das auf der Entwicklerkonferenz Google I/O am 10. Mai vorgestellt worden ist, lassen sich die Widgets auch in ihrer Größe verändern. Mit dem OS-Update wird das Xoom außerdem zum USB-Host, so kann man - das korrekte Kabel vorausgesetzt - etwa eine Digitalkamera direkt an das Tablet anschließen und Bilder darauf laden.

Automatisches Speichermanagement

Während Apple iOS dem Benutzer auf den ersten Blick klar macht, dass er sich in der Smartphone-Bedienlogik bewegt, sieht die Honeycomb-Oberfläche eher so aus wie die eines PC-Betriebssystems. Umso fremdartiger mutet dann "Recent Apps" an, ein Zwischending zwischen Schnellstartmenü und Task-Manager, das es zwar ermöglicht, zwischen den laufenden Programmen hin- und herzuwechseln, aber nicht, diese auch zu schließen. Das nämlich ist im automatischen Speichermanagement von Android nicht vorgesehen.

Nicht mehr verwendete Apps werden in den Hintergrund geschickt und dann irgendwann vom System beendet. Sie lassen sich über die Systemsteuerung zwar gezielt abschalten, aber dies ist wenig empfehlenswert, da damit auch laufende Prozesse deaktiviert werden können, auf die andere Anwendungen gerade zugreifen. Auf Mobiltelefonen mag dies praktisch sein, aber auf dem PC-ähnlichen Tablet fühlt man sich damit vom System entmündigt und außerdem befeuert es die Mobilfunkrechnungsparanoia.

Hilfsprogramm misst Datentransfer

Was ist, wenn ein Programm unbemerkt vom Nutzer im Hintergrund Daten über das Mobilnetz herunterzieht? Prinzipiell ist das möglich, wie Google auf Anfrage von ORF.at bestätigt, im Zweifelsfall sollte man sich die Einstellungen der eingesetzten Apps genau ansehen. Das Unternehmen empfiehlt darüber hinaus den Einsatz einer App, die den Datentransfer kontrollieren kann, beispielsweise 3G Watchdog, das in seiner kostenlosen Basisversion schon ausreichend viele Features bietet und in Zusammenarbeit mit der Anwendung APNdroid ab einer fest definierten Grenze sogar die Mobilfunkverbindung ganz kappt.

3G Watchdog ist zwar keine Honeycomb-Anwendung, aber das Tool klinkt sich brav rechts unten ins Informationsmenü des neuen Android-Systems ein und zeigt sowohl verbrauchtes Datenvolumen als auch die vom User eingegebene Obergrenze ein. Google sollte diese Funktionen in eine der nächsten Versionen von Android einbauen, es wäre sinnvoll, zu den "Recent Apps" noch deren Status und eventuell aktive Verbindungen anzuzeigen. Einen Schutz gegen unangenehme Überraschungen beim Datenroaming hat es bereits: Man kann Honeycomb in den Einstellungen zu den Drahtlosverbindungen mitteilen, dass man nur im Heimatnetz Datenverbindungen aufbauen möchte. Auch A1 stellt im Android Market eine kostenlose Anwendung zur Verfügung, die anzeigt, wieviel der Nutzer schon heruntergeladen hat. Sie funktioniert zwar gut, ist aber auf Honeycomb noch nicht angepasst.

Apps: Vorteil Apple

A propos Apps: Im Android Market gibt es derzeit keine Möglichkeit, sich Anwendungen anzeigen zu lassen, die schon auf Version 3.x des Systems optimiert worden sind. Hier bleibt dem Anwender nur übrig, in den Beschreibungen der Programme nach "Honeycomb" zu suchen. Dies fördert zum Zeitpunkt des Tests gerade einmal 366 Apps zu Tage. Apples fleißige Entwicklergemeinde hat laut Angaben des Herstellers schon rund 65.000 Apps auf das iPad portiert.

Eine Anwendung von der Opulenz eines GarageBand sucht man im Android Market vergebens. Apple macht außerdem den Einkauf im App Store leichter als Google. Während der Apple-User sogar im Supermarkt iTunes-Geschenkkarten kaufen kann, muss der Android-Nutzer seine Kreditkarte bemühen - wenn er denn eine hat. Dafür ist der Android-User nicht auf Googles Market beschränkt, wenn er Anwendungen herunterladen möchte.

SIM-Karten-Schublade des Xoom
Mini-SIM statt Micro-SIM - Hinter der Schublade steckt auch der Mini-SD-Einschub

Flexibler als das iPad ist das Xoom auch in der Kommunikation, so ist es mit wenigen Handgriffen als mobiler WLAN-Hotspot eingerichtet. Außerdem lässt sich das Xoom über ein handelsübliches Micro-USB-Kabel an den Rechner anschließen. Die Ordnerstruktur für Musik, Videos und Bilder ist eindeutig, die Dateien werden ohne Umweg über Software-Ungetüme wie iTunes einfach auf das Tablet hinübergeschoben und fertig. Eine Software für die Synchronisation mit dem lokalen PC fehlt dem Xoom allerdings. Google sieht auch für Honeycomb ab Werk nur die Synchronisation mit den eigenen Web-Diensten vor.

Verbindungsfreundlicher Android

Einen Micro-SD-Kartenslot hat das Xoom auch, allerdings wird dieser erst nach einem Software-Update funktionieren. Zudem ist er äußerst unglücklich platziert, und zwar hinter der kleinen Plastikschublade, in der auch die SIM-Karte (Mini-SIM, nicht, wie beim iPad, Micro-SIM) Platz findet. Sprich: Der User muss erst die SIM-Karte herausziehen, wenn er die Speicherkarte wechseln möchte - und zur weiteren Verbindung mit dem Mobilfunknetz muss er dann das Tablet neu starten, weil das OS die wieder eingesteckte SIM-Karte nicht erkennt.

Die Bildschirmtastatur des Xoom ist schlechter als die des iPads, die virtuellen Tasten liegen zu weit auseinander, außerdem lassen sich die Umlaute nicht über die vom iPad bekannte Wischgeste erreichen, der Nutzer muss jedesmal warten, bis das Kontextmenü aufklappt und dann den Umlaut auswählen. Ein wirklich flüssiges Tippen ist damit nicht möglich.

Firefox-Icon auf dem Motorola Xoom
Vielfalt: Android-User können als Browser auch Firefox Mobile verwenden

In einem wesentlichen Punkt ist Android Honeycomb der Konkurrenz aus dem Hause Apple überlegen, und zwar beim Zugriff aufs Web. Die Oberfläche von Googles Browser ist besser als jene von iOS-Safari, es gibt die vom PC her gewohnten Tabs - bis zu 16 - zum schnellen Wechsel zwischen Websites. Man kann außerdem von Adobes Flash halten, was man will, aber es ist sehr weit verbreitet - und dem iPad fehlt die Unterstützung dafür.

Auf Honeycomb lädt man es sich einfach aus dem Market herunter und es funktioniert zumindest im Google-Browser. Auch was die Alternativprogramme angeht, hat Android gegenüber iOS die Nase vorn. Opera gibt es hier nicht nur in der Mini-Variante, sondern in der leistungsstärkeren Mobile-Version. Auch Firefox hat kürzlich sein Debüt auf Android gegeben.

Fazit: Kampf der Geschäftsmodelle

Die Logik dahinter ist offensichtlich: Google verdient sein Geld immer noch zuallererst mit Werbung im Web, also ist es klar, dass der Android-Nutzer es beim Surfen möglichst bequem haben soll. Bei Apple dagegen gibt es - wie Steve Jobs verkündet hat - zwei Welten: Das Web mit seinen offenen Standards und das proprietäre App-Universum. Wenn man bedenkt, dass Apple nur aus zweiterem unmittelbar finanziellen Profit schlagen kann, ist es klar, auf welche der beiden Welten das Unternehmen im Zweifelsfall mehr Wert legt. Das iPad folgt daher, auch wenn seine Oberfläche anderes suggeriert, eher der Logik eines traditionellen Desktop-Computers aus den 1980er Jahren als der eines mobilen Web-Geräts.

Ein Fazit, das man daraus ziehen kann: Wer ein Tablet in erster Linie zum Recherchieren im Web verwendet, ist mit dem Xoom ganz und gar nicht schlecht bedient. Wer dagegen vorhat, ein Tablet vor allem als eine Art Ersatz für Mini-Notebooks unterwegs auch produktiv einzusetzen, kauft besser ein iPad 2.

Auch wenn das Motorola Xoom auf dem ersten flüchtigen Blick eine halbe Generation hinter dem iPad 2 zu stehen scheint, ist es schon heute das bessere "Surfbrett". Das iPad 2 macht zwar einen harmonischeren Gesamteindruck, auch das Angebot an Anwendungen ist größer, man spürt den Vorsprung noch, den Apple sich hart erarbeitet hat. Laut einer Statistik des Marktforschungsunternehmens Nielsen von Anfang Mai liegt der Anteil des iPads auf dem US-Markt derzeit bei 82 Prozent, die Konkurrenz ist weit abgeschlagen.

Aber schon das Xoom zeigt, dass Google und seine Hardware-Produktionspartner näher dran sind, als Apple lieb sein kann. Zudem verdichten sich die Gerüchte, dass Amazon an einer Tablet-Version seines E-Readers Kindle mit Android arbeitet - allein der Markteintritt dieses Schwergewichts würde die Statistik zugunsten Googles in Bewegung bringen. Bei zunehmender Konkurrenz sinken dann vielleicht auch einmal die immer noch recht hohen Preise der Tablets.

Günter Hack, ORF.at

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18.05.2011