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Heizkörper mit Temperaturregler

Unseriöse Installateur-Notdienste

Die trübe Aussicht auf kaltes Wasser und eine kalte Wohnung lässt viele Betroffene Hilfe bei Installateur-Notdiensten suchen, wenn die Therme während des Wochenendes ihren Geist aufgibt. Und da gibt es immer wieder "schwarze Schafe", die diese Notlage schamlos ausnutzen.

So wird zum Beispiel die Wochenendpauschale auch auf Ersatzteile und nicht nur auf die Arbeitszeit aufgeschlagen – was unzulässig ist. Oder es wird auch bei kleinen Defekten ein Totalschaden diagnostiziert.

Alles kaputt

Peter R. aus Wien rief den 24-Stunden-Notdienst, die Firma GWH-Installationen aus der Wiener Lerchenfelder Straße zu Hilfe, als er vor seiner Therme eine große Lache vorfand. Als der Monteur dann kam, berichtet Herr R., habe mehrmals brachial auf den Wasserstandszeiger geklopft und gesagt, kaputt. Dann habe er von unten hineingeleuchtet, die Haube abgenommen und gesagt, alles kaputt.

Die Reparatur werde 1.400 Euro kosten, meinte der Installateur, da sei es gescheiter, gleich eine neue Therme zu nehmen. Kostenpunkt 3.200 Euro, aber man müsse sich sofort entscheiden, da das Lager zusperre. Herr R. lehnte beide Optionen ab, bezahlte 105 Euro für den Einsatz und ließ nach dem Wochenende die Therme vom Werkskundendienst reparieren. Das kostete, inklusive Komplettservice rund 377 Euro.

Kaputter Elektronikteil

Ganz ähnlich erging es Barbara S. die auch wegen eines Thermenausfalles an einem Samstag die Firma SH-therm aus der Wiener Nordwestbahnstraße zu Hilfe rief. Sie schrieb an help: "Nach chaotischem Herumhantieren erklärte mir der Monteur, dass er das gesamte Elektronikteil austauschen müsse und ich ihm 800 Euro geben soll, damit er das Ersatzteil noch schnell vor Geschäftsschluss besorgen könne. Als ich das ablehnte, überschüttete er mich mit einem äußerst aggressiven Wortschwall und stellte mir für sein bloßes Kommen eine völlig überhöhte Rechnung aus – sofort bar zu bezahlen."

Der Mitarbeiter der Firma SH-therm kassierte für seinen Auftritt 292 Euro. Die Therme wurde am darauffolgenden Montag von einer anderen Installateurfirma ohne Austausch des Elektronikteils repariert.

Keine Stellungnahme

Help hat beiden Installationsbetrieben Gelegenheit zur Stellungnahme gegeben, aber keine Antwort bekommen. Die Firma GWH-Installationen hat Herrn R. aber wenigstens angekündigt, dass er sein Geld zurück bekommt.

Einschlägig bekannt

Bei der Wiener Landesinnung für Sanitär-, Heizungs- und Lüftungstechniker sind beide Firmen - sie sind übrigens Innungsmitglieder - bereits einschlägig bekannt. Innungsmeister Michael Mattes findet zwar klare Worte für die Vorkommnisse, wenn er sagt, das sei normalerweise Betrug, er sieht aber von der Innung her kaum Möglichkeiten, dagegen vorzugehen. Vor Jahren habe er eine Betrugsanzeige gemacht und dann die folgende Antwort vom Gericht bekommen: "Die Firma wurde verwarnt, der Monteur wurde verwarnt, und das kann ja einmal passieren."

Liste seriöser Betriebe

Von der Innung aus gebe es daher nur die Möglichkeit, in einem Gespräch mit dem Kunden und der Firma eine außergerichtliche Lösung zustande zu bringen, sagt Innungsmeister Mattes. Und dann verweist er noch auf eine Liste von Installationsbetrieben, die auch Wochenenddienst machen. Da würde die Innung darauf schauen, dass Firmen, die unangenehm auffallen, von der Liste gestrichen werden.

19.03.2011