Checkliste für den Urlaub mit Haustier

Urlaub mit dem Haustier liegt im Trend. Damit Hund und Katze die Reise gut überstehen ist eine gründliche Vorbereitung nötig. Jedes Land hat unterschiedliche Bestimmungen für die Einreise, nicht jedes Transportmittel ist für Haustiere problemlos geeignet.

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Auch die Tourismusbranche passt sich der großen Nachfrage nach hundefreundlichen Hotels und Stränden an. Mehr als 200.000 Hunde in Österreich fahren jedes Jahr mit auf Reisen.

Jede Fluglinie hat eigene Vorschriften

Am schnellsten geht es mit dem Flugzeug in den Urlaub. Auch Hund und Katze brauchen ein Flugticket, kleine Haustiere dürfen in einer Transporttasche in die Fluggastkabine mitgenommen werden. Bei den Austrian Airlines beispielsweise gilt das für Tiere, die mitsamt der Tasche nicht mehr als acht Kilogramm wiegen. Größere Haustiere müssen in einer Transportbox im Frachtraum reisen. Jede Fluglinie hat hier eigene Bestimmungen.

Ein Surfer mit seinem Hund auf einem Surfbrett
Jack Guez / AFP
Vierbeiner sind auch im Urlaub ständige Begleiter

„Am besten gibt man gleich bei der Buchung bekannt, dass ein Tier mitreist“, so Andreas Herrmann vom Europäischen Verbraucherzentrum (EVZ). Airlines schreiben vor, wie die Transportboxen ausgestattet sei sollen: Sie müssen luftdurchlässig, aber verschlossen sein, so dass das Tier nicht herausschauen kann. Der Hund soll darin liegen, stehen und sich umdrehen können. Der Boden muss wasserdicht und auslaufsicher sein. Futter- und Wasserbehälter müssen von außen zu befüllen sein, ohne, dass die Box geöffnet werden muss.

Fliegen ist Stress für Haustiere

Fluglinien geben auch vor, wie viele Tiere mitgenommen werden dürfen. Bei der AUA beispielsweise sind es höchstens zwei Tiere pro Fluggast. Eurowings erlaubt pro Passagier nur ein kleines Tier. Ein Ticket innerhalb Europas für einen größeren Hund kostet bei der AUA 200 Euro. Viele Fluglinien lehnen den Transport von Kampfhunden ab oder verlangen dafür spezielle Sicherheitsboxen. Einen Überblick über die Bestimmungen der gängigsten Fluglinien bietet das Onlineportal Skyscanner, allerdings ohne Gewähr..

Ob es wirklich sein muss, dass Hund und Katz mitfliegen, sollte man sich gut überlegen. Flugreisen können für Haustiere vor allem im Frachtraum sehr belastend werden. „Fliegen ist für Hunde ein enormer Stress“, so Tierärztin Eva Janezic. Wichtig ist auch hier eine gute Vorbereitung. Der Hund muss auf jeden Fall gesund sein und darf weder Herz- noch Kreislaufprobleme haben. Katzen und Hunde mit kurzen Schnauzen gelten als gefährdet, weil sie zu wenig Luft bekommen. Beruhigungsmittel sind tabu. „Die Tiere dürfen nicht sediert werden, damit das betreuende Flughafenpersonal erkennen kann, ob Gesundheitsprobleme auftreten“, so die Tierärztin. Direktflüge vermindern das Risiko, dass es zu langen Wartezeiten oder falscher Verladung kommt.

Bei der Bahn frühzeitig anmelden

Auch bei Bahnreisen sollte man sich vorab erkundigen, ob Haustiere im Zug gestattet sind. „Jede Bahngesellschaft kann eigene Regeln für den Transport auflegen, je nach Größe und Rasse des Tieres“, so Herrmann. Weiters legen Bahngesellschaften fest, wie viele Haustiere pro Zug erlaubt sind. Bei den ÖBB reisen kleine Tiere in einer Tasche kostenlos. Tickets für Hunde, die nicht in einer Tasche Platz haben, kosten ab einer Entfernung von 99 Kilometern zehn Prozent des Normalpreises. Kürzere Strecken kosten einheitlich zwei Euro. Für Hunde gilt im Zug Leinen- und Maulkorbpflicht, sie müssen auf dem Boden sitzen.

zwei ungesicherte Hunde im Kofferraum
Karin Fischer/help.ORF.at
Im Auto reisen Hunde bequem, sie brauchen aber eine Transportbox

Am unproblematischsten ist es, das Haustier im Auto mit in den Urlaub zu nehmen. Je nach Bedarf können Pausen eingelegt werde. Der ÖAMTC rät jedoch, Fahrten während der Mittagshitze oder an klassischen Stautagen zu vermeiden. Am besten geschützt sind Hunde im Auto in einer Transportbox aus Metall. Viele Länder haben aber noch eigene Vorschriften für die Sicherung.

Auch Frettchen benötigen einen Reisepass

Bei der Einreise in das jeweilige Urlaubsland gibt es ebenfalls Einiges zu beachten. „Jeder Hund, jede Katze und jedes Frettchen benötigt einen EU-Reisepass beim Grenzübertritt und vor allem, was die meisten vergessen, wenn man wieder nach Österreich zurück will mit seinem Tier“, so Janezic. Um Schwierigkeiten zu vermeiden, sollte dieser Heimtierausweis korrekt ausgefüllt sein. Die letzte Tollwutimpfung darf nicht länger als ein Jahr zurückliegen, aber auch nicht kürzer als 30 Tage her sein. Diese Tollwutimpfung ist für Hunde, Katzen und Frettchen verpflichtend, weil sie selbst die Krankheit übertragen können.

Außerdem müssen die Tiere mit einem Mikrochip gekennzeichnet sein. Ältere Tätowierungen werden nur noch dann akzeptiert, wenn sie gut lesbar sind. Einige Länder haben zusätzliche Vorschriften wie spezielle Zecken- und Wurmbehandlungen, die rechtzeitig vor Reiseantritt durchgeführt werden müssen. Am besten erkundigt man sich beim Konsulat oder der Botschaft des jeweiligen Landes. Werden auf der Fahrt in den Urlaub mehrere Länder durchquert, sind auch die Bestimmungen der Transitländer einzuhalten werden. Darf ein Hund nicht einreisen kommt er für Wochen oder gar Monate in Quarantäne.

„Hunde und Katzen brauchen keinen Urlaub“

Tierärztin Eva Janezic gibt auch zu bedenken, dass es manchmal vernünftiger ist, das Haustier nicht mitzunehmen und es daheim von jemandem versorgen zu lassen: „Hunde und Katzen brauchen keinen Urlaub“. Im Idealfall werde das Haustier so gut gehalten, „dass das Leben der Urlaub ist“. Der menschliche Urlaub bedeute dann eher Stress und Anspannung. „Hunde haben nichts von einem schönen Ausblick, sie wollen bei ihrem Besitzern sein, am liebsten in vertrauter Umgebung“, so die Tierärztin.

Hund auf dem Sofa
Karin Fischer, help.ORF.at
Haustiere fühlen sich in vertrauter Umgebung am wohlsten

Wer der Versuchung unterliegt und aus dem Urlaub ein neues Haustier mitnehmen möchte, sollte auch das gründlich vorbereiten. Verboten ist es, Tiere nach Österreich einzuführen, die weder geimpft noch gechippt sind und keinen EU-Pass haben. EVZ-Experte Herrmann rät, auch im Urlaubsland Haustiere nur von seriösen Züchtern zu kaufen und sie von einem Tierarzt untersucht zu lassen.

Karin Fischer, help.ORF.at

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