Die dunkle Seite der Silvesterfeuerwerke

Zum Jahreswechsel knistert und knallt es wieder, wenn zu Silvester die Feuerwerke losgehen. Danach ist die Luft vielerorts zum Schneiden. Was bleibt, sind Müll und schädlicher Rauch. Denn die Feuerwerke verursachen mehr Feinstaub als der Straßenverkehr eines gesamten Jahres.

Zum Jahreswechsel werden in Österreich wieder Feuerwerke um mehr als zehn Millionen Euro gezündet. Ein fünfminütiges Spektakel bestehend aus Raketen und sogenannten Feuerwerksbatterien kostet ab 200 Euro. Beliebt ist alles, was laut und bunt ist.

Mehr Feinstaub als durch Straßenverkehr

Durch Feuerwerke entsteht jedoch tonnenweise Feinstaub. Laut Österreichischem Verein für Kraftfahrzeugtechnik (OEVK) übersteigt die durch Pyrotechnik freigesetzte Menge an Kleinstpartikeln sogar jene des jährlich durch den Straßenverkehr abgesonderten Feinstaubs.

Während die Feinstaubkonzentration durch Dieselmotoren an stark befahrenen Straßen bei rund 70 Mikrogramm pro Kubikmeter liegt, werden zu Silvester Höchstwerte von bis zu 3.000 erreicht. Zum Vergleich: Die vom Umweltbundesamt festgelegte Höchstgrenze des Tagesmittelwerts liegt bei 50 Mikrogramm pro Kubikmeter.

Extrem schlechte Luft in den Städten

Zu Silvester ist die Schadstoffbelastung in der Luft vor allem in Städten oft so hoch wie sonst im ganzen Jahr nicht. Winzige Feinstaubpartikel können die Atemwege reizen und auf Dauer die Lungenfunktion stören. Besonders gefährlich ist das für Asthmatiker.

Silvesterraketen und Wunderkerzen
dpa/Roland Weihrauch
Feuerwerke sorgen für mehr Feinstaub als der Verkehr eines Jahres

Aber auch für Gesunde birgt eine derart hohe Menge an Feinstaub und Schwermetallpartikeln in der Luft eine Gefahr. Bei den Schwermetall-Partikeln handelt es sich um Barium, Strontium und Kupfer, die eingeatmet werden. Diese Stoffe sind vor allem für die Farben im Feuerwerk verantwortlich. Strontium sorgt zum Beispiel dafür, dass die Raketen rot leuchten, Kupfer für eine Blaufärbung, Barium für Grüntöne und Calciumsalze erzeugen orange-gelbe Farbeindrücke.

Gehörschäden bei zu geringem Abstand

Die meisten Raketen bestehen überwiegend aus Schwarzpulver und einer Mischung aus Kaliumnitrat, Holzkohle und Schwefel. Von außen ist nur die Verpackung aus Karton, Holz, Ton oder Kunststoff zu sehen. Außerdem enthalten die Knaller sogenannte Effektsätze, die die Raketen pfeifen und sie in bunten Farben erstrahlen lassen.

Neben dem Feinstaub ist der Lärm oft ein Thema, das Kritiker auf den Plan ruft. Gefährlich wird es für die Ohren, wenn man nicht genügend Abstand einhält. Denn die Schallenergie erhöht sich drastisch, je näher man bei der Lärmquelle steht. So ist sie bei nur zwei Metern Abstand rund zehnmal so hoch wie bei einer Distanz von acht Metern. Bei illegalen Knallern ist die Lautstärke unvorhersehbar, weil sie nicht geprüft werden. Für Tiere ist der Lärm noch schlimmer, da sie empfindlichere Ohren haben.

Gefahr durch selbstgebastelte Knallkörper

Oft ist der Sicherheitsabstand beim Abfeuern zu gering. Wer eine Rakete zündet, sollte sich mindestens acht Meter weit entfernen, so Thomas Wuschitz, Produktdesigner bei der Firma Pyrostar. Für Zuschauer empfiehlt er einen Sicherheitsabstand von mindestens 20 Metern. Blindgänger sollte man nicht sofort angreifen, sondern erst 15 Minuten abwarten. Zündet eine Feuerwerksbatterie auch im zweiten Versuch nicht, gehört sie weggeräumt, damit nicht jemand anders sie findet und damit herumhantiert.

Unfälle mit Feuerwerkskörpern lassen sich vermeiden, wenn man die Gebrauchsanweisung vorher durchliest und den Abschussplatz rechtzeitig präpariert. Feuerwerksbatterien dürfen nicht wegrutschen oder kippen, wenn es eisig ist. Raketen steckt man am besten in leere Glasflaschen in einer Getränkekiste. In die Erde gesteckte Raketen könnten festfrieren und dann auf dem Boden explodieren. Als besonders gefährlich gelten selbstgebastelte Feuerwerkskörper und Raketen aus illegalem Import. Keinesfalls sollte man Feuerwerkskörper auseinandernehmen, um etwas Größeres daraus zu bauen, so der wichtigste Tipp des Experten von Pyrostar.

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