Problematische Allergene in jedem zweiten Parfum

Wer an Par­fum als Last-Minute-Geschenk denkt, sollte sich vorher nach möglichen Allergien erkundigen: Die deutsche Verbraucherzeitschrift „Öko-Test“ fand in einem Test von 20 Duftwässern in jedem zweiten problematische Duftstoffe.

Isoeugenol, Hydroxycitronellal und Cinnamylalkohol: so heißen jene Duftstoffe mit vollem Namen, derentwegen „Öko-Test“ jedes zweite Parfum abwertete. Grundsätzlich können zwar alle Duftstoffe Allergien auslösen, auch solche, die in zertifizierten Naturkosmetik-Duftwässern verwendet werden. Die drei oben genannten Stoffe verfügen laut „Öko-Test“ jedoch über besonders hohes allergenes Potenzial. Abwertungen gab es im Test auch für künstlichen Moschusduft, der sich im Fettgewebe anreichern, und möglicherweise die Leber schädigen kann.

Großer Name schützt nicht vor schlechten Noten

So bekamen auch große Namen mittelmäßige bis schlechte Noten. In Chanel „N°5 L’Eau“ steckt Isoeugenol: Note „befriedigend“. „Miss Dior“ verwendet Hydroxycitronellal: „Ausreichend“. „Scandal“ von Jean Paul Gaultier enthält künstlichen Moschus: Note „mangelhaft“. „Intense“ von LaFemme Prada enthält Isoeugenol und Hydrocitronellal: Note „ungenügend“. In „Olympéa“ von Paco Rabanne steckt künstlicher Moschus und Cinnamylaklohol, das Parfum wurde daher ebenfalls als „ungenügend“ bewertet. „The Scent for Her“ von Boss bekommt wegen Hydrocitronellal und Moschus ebenfalls die schlechteste Note, genauso wie „Aura“ von Mugler. Diese sieben Duftwässer kosten zwischen 50 und 70 Euro für 30 Milliliter.

vier Parfumflakons
dpa/Rolf Vennenbernd
Parfum: Schöne Bescherung für Allergiker

Bedenkliche UV-Filter, verbotene Weichmacher

Auch in der günstigeren Preisklasse wurde die Tester fündig. Biotherm „Eau Pure“, Bruno Banani „Woman’s Best“, S’Oliver „So Pure Woman“, Mexx „City Breeze For Her“ und Roger & Gallet „Gingembre Rouge“ (elf bis 20 Euro) fielen alle als „ungenügend“ durch. Neben den bedenklichen Duftstoffen kritisierte „Öko-Test“ in fast allen schlecht bewerteten Parfums auch die Verwendung von problematischen UV-Filtern (auch in dem ansonsten unauffälligen „Mon Guerlain“ um rund 65 Euro: Testnote „befriedigend“).

Diese Filter sollen dafür sorgen, dass Farb- und Duftstoffe stabil bleiben, manche davon stehen laut „Öko-Test“ jedoch unter Verdacht, hormonell zu wirken. Abwertungen gab es schließlich auch für verbotene Weichmacher - und das wurde auch einem zertifiziertem Naturkosmetikprodukt zum Verhängnis. In „Fleur de Mandarine“ von Baldini by Taoasis wurde der Weichmacher DEHP (Diethylhexylphthalat) gefunden, Testurteil: „Ungenügend“.

Fünfmal „Sehr gut“

Sollte man also lieber keine Parfums zu Weihnachten verschenken? So schlimm ist es doch nicht. Fünf der 20 getestet Parfüms gab „Öko-Test“ grünes Licht und ein „Sehr gut“. Dazu gehören die Naturkosmetik „Eau de Parfum Heaven Can Wait“ von Bebecos Organic Fragrance, „Terres d’Aventure“ von Farfalla und „Jardin de Vie Onagre“ von Weleda (zwischen zwölf und 35 Euro). Ebenfalls „sehr gut“ waren die konventionelle Düfte „Ki“ von Florascent Eco Parfums (rund 40 Euro) und „Verveine“ von L’Occitane (rund 15 Euro).

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