Wenig Bio, viel Gentech: Greenpeace kritisiert Schweinefleischangebot

Bei Tierhaltung, Futtermittel- und Antibiotikaeinsatz in der Schweinefleischproduktion sieht die Umweltschutzorganisation Greenpeace großen Handlungsbedarf. In den Supermarktregalen finde sich kaum Bioschweinefleisch, drei Viertel der österreichweit in der Tierhaltung eingesetzten Antibiotika landeten im Schweinestall, und die Tiere würden hauptsächlich mit Gentech-Soja gefüttert, lautet die Kritik.

Anders als in der Hühnerfleischproduktion haben sich die Bedingungen in der Schweinefleischproduktion kaum verbessert - das ist das Fazit des jüngsten Marktchecks von Greenpeace, bei dem das Angebot an Huhn und Schwein untersucht wurde. Zwar hätten manche Supermärkte Leuchtturmprojekte gestartet, um die Produktionsbedingungen bei Schweinefleisch zu verbessern, das sei jedoch noch nicht ausreichend. Auch das Angebot an Biofleisch und gentechnikfreien Produkten sei zu klein.

Warenkorb des Greenpeace-Marktchecks
Greenpeace / Mitja Kobal
Zu wenig Bio, zu viel Gentechnik und Antibiotika: Greenpeace kritisiert Schweinefleischangebot

Geflügelbranche sollte Vorbild sein

Vorbild sollte die Geflügelbranche sein, fordert Greenpeace. Hier seien in den vergangenen jahren schrittweise Verbesserungen umgesetzt worden. Die Tierschutzbestimmungen in der Hühnerhaltung seien in Österreich strenger als im Ausland, der Einsatz von Anmtibiotika sei innerhalb weniger jahre halbiert worden und die Tiere würden gentechnikfrei gefüttert. In den Supermärkten schlage sich das durch ein großes Angebot an gentechnikfrei gefüttertem und biologisch produziertem Hühnerfleisch nieder. Schweinefleisch sei dagegen nur bei Merkur, Hofer, Interspar und MPreis in allen Filialen und ständig biologisch oder gentechnikfrei verfügbar.

Für ihren aktuellen Marktcheck untersuchten die Umweltschützer das Angebot von neun österreichischen Handelsketten untersucht. Testsieger wurde Merkur. Die Handelskette arbeite bereits an einem eigenen Projekt mit strengen Standards für Schweinefleisch aus konventioneller Produktion, und überzeuge mit guten Bio-Projekten in der Hühnermast und guter Auswahl bei Bio-Fleisch, so die Begründung. Dennoch vergab Greenpeace lediglich die Note „befriedigend“. Auch die nächstplatzierten Hofer, Interspar und MPreis erhielten ein „Befriedigend“, trotz eingier guter Ansätze: Die zwei Projekte „Fairhof“ (Hofer) und „Heimathöfe“ (Interspar) zeigten, dass bessere Standards auch bei Schweinen möglich sind.

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