Wenige Kindergummistiefel im Test einwandfrei

Bei nassem Herbstwetter sind Gummistiefel praktisch, um Kinderfüße trocken zu halten. Die Auswahl ist groß, der Preis sagt jedoch nichts über die Qualität aus. Ein Test des Vereins für Konsumenteninformation (VKI) ergab, dass nur wenige Gummistiefel praxistauglich und schadstofffrei sind.

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22 Gummistiefel in den Größen 29 und 30 schickte der VKI ins Testlabor. Bewertet wurden Haltbarkeit, Rutschfestigkeit, Robustheit und Schadstoffe. Der Großteil der Gummistiefel schwächelte im Test, nur sechs Modelle konnten die Prüfer überzeugen.

Testsieger vom Diskonter

Am besten schnitt das Modell „Inverness 100“ des Sportartikeldiskonters Decathlon ab. Es war mit einem Preis von 5,99 Euro auch das billigste Produkt im Test und erhielt als einziges ein „Sehr gut“. Weitere fünf Modelle wurden mit „Gut“ bewertet. Der zweitplatzierte Gummistiefel von Lurchi by Salamander war mit 29,96 Euro aber bereits deutlich teurer.

Kindergummistiefel der Marke Decathlon
vki.at
Der Testsieger von Decathlon

Der Großteil der getesteten Produkte schnitt durchschnittlich oder schlechter ab. Auch das teuerste Modell, „Original Kids First Class“ von Hunter (45,- Euro), erreichte nur eine durchschnittliche Bewertung. „Der Test zeigt wieder einmal, dass der Preis nichts über die Qualität aussagt“, so Christian Undeutsch, Projektleiter beim VKI.

Oft Mängel bei der Haltbarkeit

Mehr als die Hälfte der Gummistiefel enttäuschte bei der Haltbarkeit. Das Netz auf der Innenseite des Stiefels war rasch durchgescheuert, mitunter auch der Kunststoff. Sechs Modelle boten keinen Halt auf nassem Untergrund. Alle Produkte erwiesen sich jedoch als farbecht.

Schadstoffe fand das Labor in den meisten Produkten. Der Kindergummistiefel „Lolly Pop Print“ des französischen Herstellers Aigle fiel im Test durch, weil der Grenzwert für kurzkettige Chlorparaffine deutlich überschritten war. Die Weichmacher stehen im Verdacht, Krebs auszulösen und die Umwelt zu schädigen. „Dieses Produkt hätte gar nicht verkauft werden dürfen“, so Undeutsch. Die Firma nahm die Gummistiefel inzwischen aus dem Handel. Modelle anderer Hersteller enthielten bedenkliche Mengen an Naphtalin, Cadmium und ebenfalls Weichmacher.

Wenige Modelle ohne Schadstoffe

Nur fünf Modelle kamen gänzlich ohne Schadstoffe aus: „Das zeigt aber, dass es auch möglich ist, Gummistiefel ohne gefährliche Chemikalien zu erzeugen“, so Undeutsch. Ob Schadstoffe enthalten sind, ist von außen nicht zu erkennen. Der VKI-Experte empfiehlt, sich auf die eigene Nase zu verlassen und Produkte, die einen intensiven Geruch verströmen, nicht zu kaufen. Weiters rät er, Gummistiefel nicht den ganzen Tag und nie barfuß zu verwenden. Auch ein Innenfutter schütze nicht davor, dass Schadstoffe an die Haut gelangen können.

Kindergartenkinder spielen in einer schlammigen Pfütze
dpa/Uwe Zucchi
Gummistiefel am besten mit Socken oder Strümpfen tragen

Nahezu alle Produkte erwiesen sich im Test als robust. Nur das Modell der Marke Croc schrumpfte als einziges bei hohen Temperaturen. Man sollte es deshalb nicht im heißen Auto oder neben der Heizung aufbewahren. Gummistiefel zu groß zu kaufen, ist nicht sinnvoll, weil sie beim Tragen rascher verschleißen. Eine Schuhgröße lässt sich aber mit einer Einlegesohle ausgleichen. Für mehr Sicherheit in der Dämmerung sorgen Rückstrahler an den Gummistiefeln. Einige Modelle waren bereits damit ausgestattet. Einen wichtigen Prüfpunkt bestanden alle Gummistiefel: Sämtliche Modelle waren wasserdicht.

Karin Fischer, help.ORF.at

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