Worauf man beim Fernseherkauf achten sollte

Aktuelle TV-Geräte punkten mit scharfen Bildern und sattem Farbumfang. Auch optisch machen die dünnen Flachbildschirme im Wohnzimmer einiges her. Doch das schicke Design geht auf Kosten der Klangqualität. Der Verein für Konsumenteninformation (VKI) hat 13 Smart-TV mit 49-Zoll-Bildschirm (124 Zentimeter) unter die Lupe genommen.

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Die getesteten Geräte erzielten bei der Untersuchung fast durchwegs gute Ergebnissen. Zehn Mal wurde die Note „Gut“ vergeben, an Geräte von Samsung, LG und Sony.

Vor allem hinsichtlich der Bildqualität habe sich in den vergangenen Jahren einiges getan bei den TV-Geräten, so Gernot Schönfeldinger, Technik-Redakteur beim VKI im Gespräch mit help.ORF.at. Die Geräte bieten durchwegs Full HD oder auch Ultra-HD-Auflösung und hinsichtlich der Verbesserung des Bildes eine neue Technik, „High Dynamic Range“ (HDR, deutsch: Hochkontrast).

Eine Frau sitzt mit der Fernbedienung in der Hand auf der Couch und schaut fern
ORF.at/Lukas Krummholz
Bei der Suche nach einem neuen Gerät verwirren viele Technikkürzel

HDR und 4k als Vorbereitung für die Zukunft

„HDR bringt sehr viel an Bildqualität, wenn das Ausgangsmaterial auch entsprechend ist. Aber noch strahlen die Fernsehsender keine Sendungen in HDR aus, sondern die Geräte rechnen das hoch und dadurch verliert das Bild eher an Qualität, als es gewinnt“, so Schönfeldinger. Solange die passenden Fernsehinhalte fehlen, ist HDR eher als Vorbereitung für die Zukunft zu sehen. Ein Muss ist es sicher noch nicht. Das gleiche gilt für Ultra HD, auch 4k genannt. Außer einigen Filmen und Serien bei Streamingdiensten wie Netflix und Amazon, gibt es derzeit noch kaum 4k-Inhalte.

Um zu sehen, ob das Bild des möglichen neuen TV-Geräts den eigenen Ansprüchen genügt, sollten Kunden sich im Elektrohandel selbst ein Bild machen. Der VKI-Experte rät, sich nicht die Vorführfilme im Geschäft zeigen zu lassen, sondern den Verkäufer darum zu bitten, das normale Fernsehprogramm einzuschalten. „Weil die Vorführfilme, die sind natürlich optimiert, aber das Fernsehprogramm kann ganz anders ausschauen“, so Schönfeldinger.

Tonqualität schwächelt

Das Wettrüsten um das schickste Design und das dünnste Display bringt aber auch Nachteile. Vor allem bei der Tonqualität muss man Abstriche machen. „Es fehlt einfach der Resonanzraum, es gibt keine Klangkörper mehr. Das lässt sich auch mit technischen Mitteln nur sehr bedingt ausgleichen,“ so der Experte weiter.

Auch die verschiedenen voreingestellten Audio-Szenarien, vom Kino- bis zum Sportmodus, können an diesem Grundsatzproblem nichts ändern. Wer den Fernseher hauptsächlich für Informationssendungen nutze, wird damit kein Problem haben. Wer aber Wert auf einen guten Klang legt, dem bleibt laut Schönfeldinger nichts anderes übrig, als zusätzliche Lautsprecher oder eine Soundbar für den TV zu kaufen oder eine vorhandene Hifi-Anlage anzuschließen. Einzig der Testsieger von Samsung (Modell UE55KS9000) konnte mit sehr gutem Klang aus den integrierten Boxen überzeugen.

Oft keine Kopfhörerbuchsen mehr

Eine Kopfhörerbuchse sucht man bei neuen Geräten in vielen Fällen ebenfalls vergeblich. Damit die Hersteller noch mehr Platz und natürlich auch Geld sparen, ist oft nur noch der Anschluss von Bluetooth-Kopfhörern möglich. Auch sonst wird bei der Ausstattung gern gegeizt. Kunden sollten deswegen unbedingt überprüfen, ob die benötigten Anschlüsse vorhanden sind.

Zuerst sollte der Kunde wissen, auf welche Art er das Fernsehprogramm empfangt, über SAT, Kabel oder terrestrisch über DVBT2. Die meisten TV-Geräte sind dafür bereits mit eingebauten Receivern ausgestattet. Desweiteren sollte abgeklärt werden, welche externen Geräte wie etwa DVD-Player, Spielekonsolen oder USB-Sticks von Streaminganbietern zuhause an das TV-Gerät angeschlossen werden. Dementsprechend viele Anschlüsse müssen vorhanden sein.

Jeder Hersteller hat eigene Bedienoberfläche

Wer Fernsehsendungen aufnehmen will, braucht dafür keinen extra Videorekorder mehr. Die aktuellen Smart-TVs bieten praktisch alle die Möglichkeit, ein externes Medium, sprich einen USB-Stick oder eine externe USB-Festplatte, anzuschließen. Über das Menü des TV-Geräts können dann Sendungen aufgezeichnet werden. Einen Haken gibt es allerdings: Die Aufnahme kann ausschließlich über das Gerät, mit dem aufgezeichnet wurde, wiedergegeben werden.

Die Bedienung der Geräte kann durchaus eine Herausforderung sein. Jeder Hersteller kocht hier sein eigenes Süppchen und hat eine eigene Software mit eigener Menüführung im Einsatz. Zumindest die erste Inbetriebnahme ist überall annähernd gleich. Nach Ausführung des automatischen Sendersuchlaufs werden die Sender gespeichert und schon kann ferngesehen werden. Für weitere Einstellungen kann es sein, dass man sich tiefergehend mit dem Menü beschäftigen muss. Hier müsse jeder Kunde selbst testen und entscheiden, ob und mit welchem System er am besten zurechtkomme, so Schönfeldinger.

Beate Macura, help.ORF.at

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