Test: Viel Chemie in Badeschlapfen

Die Verbraucherzeitschrift „Ökotest“ hat 25 Schlapfen aus Kunststoff getestet, nur zwei davon waren schadstofffrei. Neben problematischen Weichmachern, Aufhellern und Farbstoffen war in einem Modell sogar Quecksilber enthalten.

Die 25 Schlapfen und Badeschuhe, die die deutsche Verbraucherzeitschrift „Ökotest“ analysiert hat, sind in Sport- und Schuhgeschäften erhältlich, einige auch in Drogerien. Der Test zeigt, dass eine einfache Regel beim Kauf der Plastiktreter außer Kraft gesetzt ist: Der Preis sagt nichts über die Qualität der Schuhe aus. Die beiden Testsieger kosten rund vier Euro pro Paar, von der Eigenmarke der deutschen Drogeriekette Rossmann und der Marke Fashy. Diese Marken haben als einzige die Note „Sehr gut“ erhalten und waren laut „Ökotest“ als einzige schadstofffrei.

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Von Weichmachern bis Quecksilber

In einem Paar Schlapfen der Marke Chung Shi um knapp 50 Euro entdeckten die Tester Quecksilber. Die Firma hat bereits reagiert und laut eigenen Angaben die Produktion eingestellt. Zu den problematischen Inhaltsstoffen zählt Mirko Kaiser von „Ökotest“ auch polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe, kurz PAK genannt, die über Weichmacheröle in den Schuh gelangen und im Verdacht stehen, krebserregend zu sein. „Die können ausgasen, sich verflüchtigen und über die Haut aufgenommen werden können“, so Kaiser.

Was PAK betrifft, wurden die Tester bei 14 Produkten fündig, etwa Schlapfen von Crocs und Zehentrennern von Esprit. Über Hautkontakt könnten auch andere chemische Stoffe in den Kreislauf gelangen, wie etwa Phtalate. Diese Weichmacher stehen im Verdacht, hormonell wirksam zu sein. Laut Laboranalyse kommen sie in den Schlapfen von Skechers und Teva vor.

Bedenklich für Mensch und Umwelt

Abwertungen gab es auch für jene Schuhe, die den Farbbaustein Anilin enthalten. „Dieser Farbbaustein hat im Tierversuch Krebs erzeugt und löst sich in erster Linie dann heraus, wenn der Fuß schwitzt“, so Kaiser. Gleiches gilt für optische Aufheller, auf die einige Menschen allergisch reagieren. Solche fanden die Tester in neun Produkten, wie etwa den Zehentrennern von Tommy Hilfiger.

Mann mit Flipflops auf einem Steg
dpa/Caroline Seidel

„Nebenbei sind diese optischen Aufheller auch ein Umweltproblem, weil sie schwer abbaubar sind und sich dauerhaft in der Umwelt halten“, so Kaiser. Deswegen wurden Schuhe mit optischen Aufhellern auch dann abgewertet, wenn es keinen Hautkontakt mit der Chemikalie gibt.

Neunmal „Ungenügend“

Gleiches gilt für zinnorganische Verbindungen, die in der Umwelt ebenfalls nur sehr langsam abgebaut werden. Bei diesen Verbindungen geht man davon aus, dass sie das Immun- und Hormonsystem von Tier und Mensch negativ beeinflussen. Solche zinnorganischen Verbindungen konnten die Tester in vier Produkten entdecken, unter anderen in Flip-Flops von Michael Kors und O’Neill, die beide mit „Ungenügend“ beurteilt wurden.

Insgesamt wurden die Note „Ungenügend“ neunmal vergeben, auch für die Flip-Flops der Marke Flip-Flop. Hier waren ebenfalls zu viele Schadstoffe enthalten, deswegen gab es keine bessere Note.

Marlene Nowotny, help.ORF.at

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