Glyphosat in allen konventionellen Grüntees

Global 2000 hat Grüntees auf Pestizidrückstände untersuchen lassen. Laut Aussendung wurden in allen konventionell produzierten Marken Rückstände des umstrittenen Unkrautvernichtungsmittels Glyphosat gefunden. Global 2000 und die Arbeiterkammer Niederösterreich (AK) fordern die EU nun zum Handeln auf. Glyphosat soll in der Union verboten werden, so eine Forderung.

Nach den Ergebnissen des Global 2000 Schwarztee-Tests hat die Umweltschutzorganisation gemeinsam mit der AK Niederösterreich nun auch 15 Grüntees auf Pestizid-Rückstände untersucht. Laut Presseaussendung war bei den untersuchten Grüntees keine einzige konventionell produzierte Marke völlig frei von Pestizidrückständen. In erster Linie seien Rückstände des umstrittenenen Unkrautvernichtungsmittel Glyphosat gefunden worden.

Expertin: Glyphosat in Brot, Tee und sogar Bier

Die Global 2000 Pestizidexpertin Waltraud Novak meint dazu: „Das Unkrautvernichtungsmittel Glyphosat, das von der Krebsforschungsagentur der WHO als wahrscheinlich krebserregend eingestuft ist, wird in letzter Zeit in den verschiedensten Lebensmitteln wie Mehl, Brot und sogar Bier nachgewiesen. Unser Test zeigt, dass selbst Grüntee, der als besonders gesund und wohltuend gilt, mit Rückständen des Pestizids belastet ist.“

Die nachgewiesenen Mengen seien zwar keine akute Gesundheitsgefährdung für Konsumenten, so Novak, die ständig steigende Präsenz dieses Wirkstoffs in Grundnahrungsmitteln, sollte die Politik dennoch zum Handeln aufrufen.

„Gesundheitsgefahr für Arbeiter auf den Plantagen“

Der Tee-Test zeige, dass selbst ein in mehreren Schritten verarbeitetes Produkt wie Tee nach der Trocknung und Fermentierung noch Rückstände aufweise. Die in den Tee-Plantagen versprühten Mengen von Glyphosat dürften demnach immens sein und können sehr wohl eine Gefährdung der Arbeiter darstellen, so die Global 2000-Expertin.

Tee in Tasse mit Glyphosat
GLOBAL 2000/Martin Aschauer
Grüner Tee: Gesund, wohltuend und mit Schadstoffen belastet

In einzelnen Produkten seien bis zu 15 verschiedene Wirkstoffe festgestellt worden. Darunter seien auch neun Pestizide gewesen, die in der EU nicht mehr zugelassen sind. Diese Verbote würden aber nicht für importierte Lebensmittel gelten. So lange der gesetzliche Höchstwert für Pestizid-Rückstände eingehalten werde, sei das Produkt in der EU verkehrsfähig, so Global 2000.

Nur Bio-Tees sind schadstoffarm

Die nachgewiesenen Pestizid-Rückstände seien zwar aufgrund des Verarbeitungsgrades von Tee niedriger als etwa bei Gemüse, eine akute Gesundheitsgefährdung bestehe darüber hinaus auch wegen der geringen Verzehrsmenge nicht. Ein Großteil der gefundenen Wirkstoffe stehe jedoch im Verdacht, hormonell wirksam zu sein, argumentiert die Umweltorganisation..

Die höchsten Glyphosatwerte wurden bei der Marke „Pure Green Tea“ von Twinings festgestellt. Ebenfalls schlecht abgeschnitten haben die konventionell produzierten Grünteesorten von Spar und Dallmayr. Alle getesteten Bio-Produkte waren glyphosatfrei. Am besten bewertet wurden die Marken „Bio Grüner Tee“ von Fairglobe und „Bio Pur Green Tea“ von Cupper.

Global 2000 und die AK Niederösterreich fordern die europäische Politik zum Handeln auf. Die Pestizid-Höchstwerte bei Grün- und Schwarztee sollen auf ein sicheres Niveau gesenkt werden, um sowohl die Gesundheit europäischer Konsumenten als auch die Gesundheit von Arbeitern auf Tee-Plantagen zu schützen, so eine der Forderungen. Für das Unkrautvernichtungsmittel Glyphosat fordern Global 2000 und Arbeiterkammer ein EU-weites Verbot.

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