Elektrische Zahnbürsten im Test

Das Angebot an elektrischen Zahnbürsten ist groß. Neue Modelle locken mit Zusatzfunktionen wie 3D-Reinigung, Drucksensoren und Bluetooth. Der Verein für Konsumenteninformation (VKI) hat gemeinsam mit der Stiftung Warentest acht neue Modelle geprüft. Bei der Putzleistung schnitt im Test nur eine Bürste sehr gut ab, viele waren gut bis mittelmäßig.

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Glaubt man den Statistiken putzen fast drei Viertel der Österreicher zwei Mal täglich ihre Zähne. Mehr als die Hälfte verwendet dafür nach wie vor eine Handzahnbürste, vor allem Jüngere greifen aber auch gerne zu elektrischen Zahnbürsten.

Eine Frage der Vorliebe: Rotierend oder schallaktiv

Vor dem Kauf eines neuen Geräts gelte es zu entscheiden, welche Bauform man bevorzugt, so Angela Tichy, Projektleiterin beim Verein für Konsumenteninformation (VKI). Es gibt Zahnbürsten mit rundem Bürstenkopf, die rotieren und teilweise zusätzlich pulsieren. Weiters sind „schallaktive“ Zahnbürsten mit länglichem Bürstenkopf im Handel. Diese arbeiten nicht mit Schall, sondern der Bürstenkopf schwingt sehr schnell hin und her und reinigt durch Vibration. Echte Ultraschallzahnbürsten arbeiten mit weitaus höheren Schwingungen als Schallzahnbürsten. Diese wurden jedoch nicht getestet, da es erst wenige Modelle zu kaufen gibt.

Elektrische Zahnbürste
Getty Images/Cylonphoto
Oszillierend-rotierende und schallaktive Zahnbürsten waren im Dauertest

Die Stiftung Warentest prüfte gemeinsam mit dem VKI acht neue Modelle von elektrischen Zahnbürsten: Vier mit rotierendem Bürstenkopf und vier Schallzahnbürsten. Das wichtigste Kriterium war die Putzleistung, also wie gut Zahnbeläge entfernt werden. Darüber hinaus flossen auch Handhabung, Haltbarkeit und Akkuleistung in die Bewertung mit ein.

Nur eine Bürste putzt sehr gut

„Wirklich überzeugt hat bei der Putzleistung nur eine Bürste“, so VKI-Projektleiterin Tichy. Der Testsieger „Oral-B Pro 3000“ von Braun erhielt als einziges Modell die Bestnote „sehr gut“ beim Putzen. Kleine Abstriche bei der Gerätereinigung und eine eher kurze Akkuleistung führten zur Gesamtnote „gut“. Mit 99,99 Euro ist das Gerät mit dem rotierenden Bürstenkopf nicht ganz billig.

Platz zwei teilen sich zwei Produkte: die wesentlich günstigere „Oral B Pro 600“ von Braun zum Preis von 29,99 Euro und die Schallzahnbürste „Sonicare Flexcare Platinum 6 series“ von Philips zum Preis von 154,99 Euro. Schlusslicht im Test ist die Schallzahnbürste „Sensident Sensi Sonic“ von Müller, die bei der Putzleistung enttäuschte.

Meist wird nur 46 Sekunden lang geputzt

Was der Test nicht beantwortete, war die Frage, ob rotierende Bürsten, Schallzahnbürsten oder Handzahnbürsten besser sind für die Zähne. Das hänge von persönlichen Vorlieben, vom motorischen Geschick und von der richtigen Handhabung ab, so Zahnärztin Angelika Holy-Schein. „Es ist letztlich egal, für welche Bürste man sich entscheidet – ausschlaggebend sind Putztechnik und Dauer.“

ein Spielzeughund mit großen Zähnen und eine Riesenzahnbürste
Karin Fischer/help.ORF.at
Das richtige Zähneputzen kann man sich vom Zahnarzt zeigen lassen

Laut Experten soll man zweimal täglich mindestens zwei bis drei Minuten lang putzen. Die Praxis sieht freilich anders aus. Tests hätten gezeigt, dass Personen zwar glaubten, sie würden zwei Minuten putzen, tatsächlich waren es aber höchstens 46 Sekunden, so Holy-Schein. Apps und Timer bei elektrischen Zahnbüsten könnten da eine gute Kontrolle sein, wenn man wirklich konzentriert putzt.

Putzschäden durch zu hohen Bürstendruck

„Richtiges Zähneputzen und Unterschiede in der Handhabung von elektrischen Zahnbürsten lässt man sich am besten vom Zahnarzt oder von einem Dentalhygieniker zeigen“, so die Expertin. Beim Putzen sollte das Bürstchen in einem 45-Grad-Winkel angesetzt und Zahn für Zahn von rot nach weiß gereinigt werden. Auch das Zahnfleisch wird dabei mitmassiert. Wildes Schrubben und zu viel Druck beim Bürsten mache die Zähne nicht sauber, sondern kaputt. Elektrische Zahnbürsten haben meist eine Andruckkontrolle, um Putzschäden am Zahn zu verhindern.

Wer gesunde, saubere Zähne will, sollte mit dem Zähneputzen nach dem Essen zwanzig Minuten warten, um den Zahnschmelz nicht zu beschädigen, so die Medizinerin. Ihr Tipp: Besser vor dem Essen die Zähne putzen, weil Lebensmittel an glatten, sauberen Zähnen weniger gut haften und nach der Mahlzeit dann gründlich ausspülen.

Karin Fischer, help.ORF.at

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