Trendwandfarbe Grau „sehr gut“ im Test

Grau mausert sich zur Trendfarbe im Wohnbereich. Grau gestrichene Wände lassen andere Farben leuchten und passen zu Weiß und Holztönen. Wer die eigenen vier Wände selbst grau streichen möchte, kann das mit den gängigen Produkten bedenkenlos tun. Das deutsche Konsumentenmagazin „Öko-Test“ hat 15 graue Innenwandfarben getestet und fast allen ein sehr gutes Zeugnis ausgestellt.

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„Melancholisches Mittelgrau“, „Nebelzauber“, „Basaltgrau“, „Platinmoment“, „Luna“, „Greige“, „Unendlich Grau“ und „Warm Grey“ - blumige Bezeichnungen für eine Farbe, die früher als trist und karg galt. Die graue Wandfarbe ist ein Beststeller, weshalb „Öko-Test“ 15 fertig abgemischte Produkte von Baumärkten auf Schadstoffe untersucht hat. Mit dabei waren unter anderem Farben von „Alpina“, „Baufix“, „Hornbach“, „Obi“ und „Schöner Wohnen“.

Graue Wandfarben frei von Schadstoffen

Bei den Dispersionsfarben auf Wasserbasis suchten die Tester vor allem nach bedenklichen Lösungsmitteln und Konservierungsstoffen, die empfindlichen Personen zu schaffen machen können. Farben, die großflächig in Wohnräumen verstrichen werden, dürfen die Raumluft nicht jahrelang belasten. Sie sollten daher nicht lange ausgasen und besonders schadstoffarm sein. Im Test wurde außerdem erhoben, ob auf dem Etikett Inhaltsstoffe und Verbrauch korrekt deklariert sind. Davon hing ein knappes Drittel der Bewertung ab.

eine graue Farbpalette
Karin Fischer/help.ORF.at
Kein fades Mausgrau: Taupe, Greige und Anthrazit liegen im Trend

„Die 15 getesteten Wandfarben sind nicht belastet und weitgehend sauber deklariert“, so „Öko-Test“-Redakteur Kai Thomas. Gleich elf der Produkte erhielten die Bewertung „sehr gut“, die übrigen vier ein „gut“. Kein einziges Produkt fiel im Test durch. „Wir können eigentlich alle getesteten Produkte empfehlen“, so Thomas. Nur zwei Farbgemische enthielten Spuren von Lösungsmitteln, die nicht gekennzeichnet waren. Bei einem Produkt waren die Entsorgungshinweise kaum zu lesen.

Wer vorher abdeckt, putzt nachher weniger

Wandfarben seien im Vergleich zu früheren Tests deutlich schadstoffärmer geworden, auch wenn diesmal nur die graue Farbpalette untersucht wurde. „Das ist eine Vorbildproduktgruppe“, so der Experte. In der Vergangenheit hätten die Tester immer wieder giftige Lösungsmittel, krebsverdächtiges Formaldehyd, allergisierende Konservierungsstoffe, Weichmacher und Schwermetalle wie Blei gefunden. Inzwischen würden die Hersteller nahezu ausnahmslos die Vorgaben des „blauen Engels“, einem Prüfsiegel des deutschen Umweltbundesamtes, einhalten.

Hand mit Farbroller
Getty Images/Berezko
Vor dem Streichen Möbel und Fußböden großflächig abdecken

Bevor man mit dem Streichen loslegt, sind ein paar Dinge zu beachten. Damit die Putzarbeit nachher nicht länger dauert als die Malerarbeit, sollte man Möbel und Boden abdecken, so Malermeister Peter Spicker. Alte Leimfarben entfernt man, damit die neue Dispersionsfarbe besser hält. Bei einem normalen Renovierungsanstrich reicht zwei Mal Streichen mit einer qualitativ hochwertigen Farbe. Übrig gebliebene Farbe gehört in den Sondermüll, nicht in den Hausmüll oder den Kanal, so der Fachmann.

Nächster Trend: Kaffee und Lindgrün

Auch wenn die Wandfarben bedenkenlos zu verwenden sind, sollte man trotzden nach dem Streichen ein paar Tage lang gut lüften, so die Experten von „Öko-Test“. Damit könne man vorbeugend ausschließen, dass Lösungsmittelrückstände eingeatmet werden. Während die Farbe trocknet, sollte man am besten den Raum verlassen.

„Selber die Farbe zu mischen ist wie Lotto spielen“, so Kai Thomas von „Öko-Test“. Wer Wände in verschiedenen Farbtönen vermeiden möchte, könne sich im Baumarkt oder beim Fachbetrieb beraten lassen oder gleich zu einem Fertiggemisch greifen. Bei aller Experimentierfreude rät Maler-Profi Spicker, sich vorher zu überlegen, mit welchen Farben man sich wohl fühlt. „Kräftige Farben sind immer in irgendeiner Form leicht beeinträchtigend“. Neben Grau in allen Schattierungen seien auch Kaffeetöne und im Frühjahr frische, pastellige Farben wie Lindgrün im Kommen.

Karin Fischer, help.ORF.at

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