Technikgeschenke nach den Feiertagen billiger?

Viele Österreicher nutzen den ersten Einkaufssamstag, um passende Geschenke für ihre Lieben zu finden. Auf den Wunschzetteln meist ganz oben stehen Elektronikprodukte wie Smartphones, Spielekonsolen, Tablets und Notebooks. Doch wann ist der richtige Kaufzeitpunkt, um ein Technikschnäppchen zu machen? Help.ORF.at hat nachgefragt.

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Der Einkaufscountdown zu Weihnachten hat begonnen: In Fernseh- und Radiospots lockt der Handel mit satten Rabatten und auch das Postkastel quillt regelrecht über vor weihnachtlicher Sonderangebote. Fast 400 Euro investiert jeder Österreicher laut einer Umfrage des Marktforschungsinstituts GfK Austria im Schnitt in Geschenke. Neben Klassikern wie Büchern und Spielzeug sind es vor allem Elektronikprodukte, die zu Weihnachten gerne verschenkt werden.

Preisverfall das ganze Jahr über

„Der Renner zu Weihnachten sind Smartphones, die sind sehr populär, unter unseren Top-100 der meistangesehenen Artikeln sind drei Viertel Smartphones. Desweiteren natürlich auch Spielekonsolen, Tablets und Notebooks“, so Michael Nikolajuk, Pressesprecher der Preisvergleichsplattform Geizhals.at, im Gespräch mit help.ORF.at. Doch wann ist der richtige Zeitpunkt, um ein echtes Technikschnäppchen zu machen? Sollten Sparefrohs auf den Abverkauf nach Weihnachten warten oder lieber gleich zuschlagen?

Weihnachtsgeschenke liegen unter einem Christbaum, deutlich sichtbar ist die Verpackung eines Apple Macbook Pro
ORF.at/Roland Winkler
Auch heuer stehen Technikgeschenke ganz oben auf den Wunschzetteln

Auf Anfrage von help.ORF.at haben Experten der Statistik Austria die Preisentwicklung von Unterhaltungselektronikprodukten seit Anfang 2014 genau angesehen. „Wir haben über die letzten Jahre einen Preisrückgang beobachten können, der sich immer über das gesamte Jahresperiode gezogen hat. Daher lässt sich hier in diesem Bereich keine wirkliche Zuordnung zu einem besonders günstigen Kaufmonat treffen,“ so Konrad Pesendorfer, Chef der Statistik Austria.

Sparen mit Vorgängermodellen

Den großen Preissturz vor oder nach Weihnachten gibt es also nicht, stattdessen ist gerade Unterhaltungselektronik das ganze Jahr über einem starken Preisverfall ausgesetzt. Während die Preise allgemein (Vebraucherpreisindex) um fünf Prozent gestiegen sind, sind Technikprodukte in den vergangenen fünf Jahren um 8,5 Prozent billiger geworden.

„Im Prinzip fängt der Preisverfall schon mit dem Erscheinungsdatum an“, bestätigt auch Geizhals-Experte Nikolajuk. „Wir sehen in unseren Daten ganz eindeutig, dass es schon innerhalb der ersten vier bis fünf Wochen zu einem merkbaren Preisrückgang kommt.“ Will man immer das neueste Gerät sein Eigen nennen, muss man daher wesentlich tiefer in die Tasche greifen als beim Kauf des Vorgängermodells. Das gilt auch zur Weihnachtszeit.

Tipp: Preis beobachten und vergleichen

Nicht die Jahreszeit zählt also, sondern wie lange ein Gerät schon auf dem Markt ist und vor allem, wann das Nachfolgeprodukt erscheint. Die beste Zeit für den Kauf eines Android-Smartphones sei grundsätzlich zwischen März und Mai, weil die Hersteller zu diesem Zeitpunkt in der Regel die neuen Modelle vorstellten, so Nikolajuk. Die Preise der alten Modelle fallen gleichzeitig.

Doch auch zur Weihnachtszeit sind echte Schnäppchen möglich. Wer mit einem bestimmten Produkt liebäugelt, sollte den Preis dafür erst über ein paar Wochen beobachten. Denn die Preisschwankungen sind groß. Weil sich die Händler gegenseitig mit Angeboten übertrumpfen, kann es sein, dass ein und dasselbe Smartphone in einer Woche bis zu 100 Euro weniger kostet, als in einer anderen.

Setangebote können sich lohnen

Geld sparen lässt sich auch mit vorweihnachtlichen Paketangeboten, wie etwa der Bündelung von Spielekonsolen mit den neuesten Spieleknüllern oder einem Set aus Fernseher mit passendem Surround-System. Aber Vorsicht: Lässt man sich dabei zu einem unnötigen Rundumkauf verleiten, ist die Preisersparnis auch schon wieder dahin.

Griff zum Gutschein vernünftig, aber gedankenlos

Fast die Hälfte der Österreicher greift laut GfK Austria gleich zum Gutschein und überlässt dem Beschenkten die freie Wahl. Rational gesehen sicher eine vernünftige Lösung, die dem Beschenkten unerwünschte Geschenke und das Umtauschen dieser erspart.

Ein großer Nachteil des Gutscheins bleibt aber, dass man das Geschenk unter dem Weihnachtsbaum noch nicht in Händen halten, auspacken und ausprobieren kann. Desweiteren wird die Vernunftvariante oft einfach nur als Ideenlosigkeit empfunden. „Manchmal ist es sicher schöner einen persönlichen Gedanken mit einem Geschenk zu bekommen, als nur einen Betrag Geld“, so Pesendorfer.

Beate Macura, help.ORF.at

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