Wer packt das? Handgepäckkoffer im Test

Klein sollen sie sein, leicht und trotzdem solide - die deutsche Stiftung Warentest hat 20 Handgepäckkoffer, davon acht Weichschalen- und zwölf Hartschalen-Modelle getestet. Ergebnis: Gute Qualität gibt es bereits ab 100 Euro. Der teuerste Koffer im Test enttäuschte hingegen.

Aus dem Billigflieger sind sie nicht mehr wegzudenken: praktische kleine Trolleys für die Flugkabine. Vor dem Kauf muss sich der Kunde zwischen einem Modell mit Weich- oder Hartschale entscheiden. Gute weiche Modelle aus Polyamid und Polyester sind um 100 Euro zu haben, Hartschalenkoffer aus Polycarbonat liegen mit Preisen zwischen 110 und 370 Euro deutlich darüber, schicke Design-Modelle aus Aluminium kosten über 600 Euro.

Die besten sechs getesteten Hartschalenkoffer
Stiftung Warentest
Die besten sechs Hartschalenmodelle

Teuerstes Modell durchgefallen

Die Tester von Stiftung Warentest haben alle Koffer erst einmal fallengelassen, aus einem Meter Höhe bei Temperaturen von plus 23 Grad Celsius und minus zehn Grad Celsius. Hier trennte sich gleich die Spreu vom Weizen: Der teuerste Koffer der Testreihe – der Rimowa Topas Cabin aus Aluminium um 660 Euro – hat den Falltest nicht bestanden: die Rollenaufhängungen wurden tief ins Gehäuse gedrückt, die Rollen waren nicht mehr schwenkbar.

Leichteste Hartschale bei 1,7 Kilogramm

Deutlich besser schnitten die Modelle aus Polycarbonat ab. Sie sind mit zwei bis 2,5 Kilogramm leichter als das Alu-Schwergewicht. Der leichteste in der Hartschalen-Klasse war der Samsonite Lite-Shock mit 1,7 Kilogramm, der aus einem speziellen Polypropylen-Werkstoff gefertigt wird. Das Modell lag im Test-Spitzenfeld, allerdings auch preislich mit 320 Euro.

Sechs getestete Hartschalenkoffer
Stiftung Warentest
Auch die Modelle von Travelite und Titan schnitten gut ab

Platz zwei nicht mehr erhältlich

Die Weichschalen-Koffer punkteten mit ihrem flexiblen Korpus und ihren praktischen Außentaschen. Obwohl sie aus Polyester oder Polyamid bestehen, überstanden fast alle Modelle den Abriebtest von Stiftung Warentest. Testsieger war der Stratic Unbeatable um 160 Euro. Auf Platz zwei landete der billigste Koffer der Testreihe, der allerdings nicht mehr erhältlich ist: der Tchibo Textilkoffer um schlanke 40 Euro.

Gift im Handgriff

Was die Handhabung betrifft, war kein Koffer perfekt. Laute Roll-Geräusche, wackelige Teleskopgriffe, fehlende Innen-Riemen störten die Tester besonders. Drei Koffer bekamen ein „Mangelhaft“ - ihre Griffe waren mit Schadstoffen belastet. In den Modellen Galeria Kaufhof/Eminent (110 Euro), im Samsonite Smarttop (169 Euro) fanden die Tester polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK), im Griff des Billigkoffers von Primark (28 Euro) zusätzlich noch Phthalat-Weichmacher. Sowohl PAK, als auch Phthalate stehen im Verdacht krebserregend zu sein.

Die acht getesteten Weichschalenkoffer
Stiftung Warentest
Erster bis achter Platz bei den Weichschalenkoffern

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Regeln für das Handgepäck

Gerade bei den Billigfliegern müssen Flugreisende mit Kontrolle ihres Handgepäcks rechnen. Was Abmessungen und zulässiges Höchstgewicht betrifft, hat jede Fluggesellschaft ihre eigenen Regeln. Die häufig angebotene Koffergröße für die Kabine liegt bei 55 x 40 x 20 Zentimetern, manchmal erlauben Fluglinien aber auch nur 35 Zentimeter Breite. Beim Gewicht liegt die Grenze üblicherweise zwischen sechs und 12 Kilogramm. Die meisten Fluggesellschaften erlauben auch ein zweites kleineres Handgepäck wie etwa eine Handtasche oder einen kleinen Rucksack. Wer die Vorschriften missachtet und kontrolliert wird, erlebt eine böse Überraschung: das Aufgeben des Koffers kann mehr kosten als das Flugticket.

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