Musikstreamingdienste im Test

Für acht bis zehn Euro monatlich können Musikfans bei Streamingdiensten auf bis zu 40 Millionen Titel zugreifen. Doch welche Streaminganbieter überzeugen? Die Stiftung Warentest hat elf Dienste, darunter Spotify, Apple Music, Google Play und Amazon Prime, und ihre AGB unter die Lupe genommen.

Statt CDs zukaufen, mietet der Nutzer beim Streaming den Zugang zu den üppigen Musikbibliotheken der Anbieter. Für acht bis zehn Euro monatlich ist man dabei, 68 Cent des Monatsbeitrags landen laut Berechnungen des französischen Verbands der Musikindustrie (SNEP) schlussendlich bei den Interpreten, der größte Teil - etwa die Hälfte des Geldes - geht an die Plattenfirmen. Damit sind die Titel immer und überall verfügbar, vorausgesetzt man ist mit dem Internet verbunden. Wer auch offline hören oder seine Lieblingsplatten gerne im Regal sammeln möchte, der ist mit Musikstreaming falsch beraten. Denn wenn das Abo einmal nicht mehr bezahlt wird, ist auch der Zugriff auf die Musik weg.

Populäre Dienste mit Datenschutzmängeln

Grundsätzlich kamen die Tester zu dem Ergebnis, dass die Tonqualität aller Streamingdienste „mit der guten alten CD mithalten kann“. Von den elf getesteten deutschsprachigen Musikstreamingdiensten ist Spotify mit weltweit über 100 Millionen Nutzern klarer Platzhirsch. Doch gerade bei den prominenten Diensten, Spotify, Apple Music und Amazon Prime, bemängelten die Konsumentenschützer Datenschutzerklärungen und Allgemeine Geschäftsbedingungen (AGB). Die Dokumente seien schwer verständlich und benachteiligend für den Kunden.

Screenshot der Spotify Website
Spotify

Demnach behält sich Spotify vor, dem Nutzer jederzeit zu kündigen oder den Zugang zu sperren. Der Dienst nenne aber im Kleingedruckten nicht die Gründe, die dazu führen könnten. Apple bietet zwar die längste Gratis-Testphase (drei Monate) weist aber beim Kleingedruckten erhebliche Mängel auf. So will Apple laut Stiftung Warentest die Standortdaten des Nutzers erheben und sie ohne dessen Einwilligung an Dritte weitergeben. Im Test wurden die drei Dienste dadurch abgewertet und belegten nur die Plätze fünf (AppleMusic), sieben (Spotify) und elf (Amazon Prime Music). Bei Amazon kamen zudem noch Lücken in der Musikauswahl dazu. Der Prime-Dienst sei allerdings mit 49 Euro pro Jahr (entspricht etwas über vier Euro im Monat) auch günstiger als die anderen und beinhalte weitere Angebote wie Videostreaming und den Premiumversand des Onlinehändlers, so die Tester.

Juke Musik überraschender Testsieger

Überraschender Testsieger wurde der Dienst Juke Musik (9,99 pro Monat), der zur Media-Saturn-Holding gehört. Juke bekam von den Testern das Gesamturteil „gut“. Das Repertoire und die Hörqualität wurden mit einem „Sehr gut“ beurteilt, der Service hat „gut“ abschnitten, die Bedienung „befriedigend“. Vorbildlich sei das Datensendeverhalten, das als „unkritisch“ eingestuft wurde. Im Kleingedruckten gebe es zudem „kaum Mängel“ lobten die Tester.

Screenshot der Juke Musik Website
Juke Musik

Den zweiten Platz belegte der französische Streaminganbieter Deezer Music (9,99 Euro pro Monat). Dieser bietet nicht nur ein großes Repertoire, sondern blendet auch die Songtexte ein und bietet eine Karaokefunktion. Die iOS-App verrate allerdings unnötigerweise den Netzbetreiber und auch im Kleingedruckten gab es kleine Mängel. Auf Rang drei folgt der Dienst Tidal (9,99 Euro pro Monat) von Rap-Superstar Jay Z, der vor allem mit Exklusivmaterial von Künstlern wie etwa Gattin Beyonce hervorsticht. Auch hier verrate die iOS-App unnötigerweise den Netzbetreiber und Kleingedruckten werde nur auf Englisch zur Verfügung gestellt, bemängelten die Tester.

Auf Platz vier im Stiftung-Warentest-Ranking der Streamingdienste liegt Aldi Life Music (7,99 pro Monat), der als Partner von Napster über den gleichen Musikkatalog verfügt. Während das Kleingedruckte hier gelobt wurde, kritisieren die Tester die Android-Apps, die Benutzernamen und Passwort im Klartext sendet. Napster bietet den gleichen Funktionsumfang für 9,95 Euro im Monat und liegt im Stiftung-Warentest-Ranking auf Platz sechs.

Kostenlose Basisdienste bei Deezer und Spotify

Kostenlose Basisdienste gibt es nur bei Deezer und Spotify. Den Aufpreis auf eine bessere Klangqualität, wie es etwa Deezer, Tidal und Qobuz anbieten, kann man sich laut den Testern sparen. Zwar ist der Frequenzbereich dann tatsächlich größer, die Hörqualität verbesserte sich demnach aber nicht.

Basis für die Musikauswahl-Untersuchung der Stiftung Warentest bildete eine Liste von 700 Musikalben, anhand derer das Repertoire der verschiedenen Anbietern untersucht wurde. Die Alben stammen aus dem Bereich Pop, Rock, Hip-Hip, Dance, Klassik und Jazz. Ebenfalls eine große Rolle spielte die Audioqualität der gestreamten Titel. Service und Bedienungsqualität flossen ebenfalls in das Urteil ein. Auch das Datensendeverhalten und das Kleingedruckte kamen auf den Prüfstand.

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