Erfrischungsgetränke zu zuckerhaltig

Mehr als jedes zweite Erfrischungsgetränk enthält nach Angaben der deutschen Verbraucherorganisation Foodwatch zu viel Zucker. Bei einer Untersuchung von 463 Kracherl, Energy-Drinks, Fruchtsäften, Mineralwassermixgetränken und Eistees fanden sich in knapp 60 Prozent der Produkte mehr als fünf Prozent Zucker.

37 Prozent der Getränke hätten sogar einen Zuckergehalt von über acht Prozent, so Foodwatch. Das entspreche sechseinhalb Zuckerwürfeln auf 250 Milliliter. „Erfrischungsgetränke machen nicht frisch, sondern krank“, sagte Foodwatch-Ernährungsexperte Oliver Huizinga. Flüssiger Zucker in Form von Getränken erhöhe das Risiko für Fettleibigkeit und Typ-2-Diabetes, sagte Wieland Kiess, Direktor der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin des Uniklinikums Leipzig, bei der Vorstellung der Studie.

Gesüßte Getränke
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Als Hersteller mit dem zuckrigsten Sortiment entpuppte sich PepsiCo

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Bis zu 26 Zuckerwürfel in halbem Liter

Die Organisation hat insgesamt 463 Getränke untersucht. Getestet wurden unter anderem Limonaden, Energy-Drinks, Eistees und Mineralwassermixgetränke. Am schlechtesten schnitten den Angaben zufolge Energy-Drinks und Limonaden ab. Das zuckrigste Produkt im Test war laut Foodwatch der Energy-Drink „Rockstar Punched Energy + Guava“ (PepsiCo), der 16 Prozent Zucker enthält. Das entspreche 78 Gramm oder 26 Zuckerwürfeln pro 500-Milliliter-Dose. Das ist dreimal so viel, wie die Weltgesundheitsorganisation (WHO) pro Tag empfiehlt – und um die Hälfte mehr als sich in der gleichen Menge Coca-Cola classic befindet.

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Die zuckerreichsten Saft-Mineralwasser-Mixgetränke

Aber auch Saft-Mineralwasser-Mixgetränke enthalten mehr Zucker als empfohlen. Während die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt, Fruchtsaft und Wasser im Verhältnis 1:3 zu mischen, beträgt das Mischverhältnis bei den meisten getesteten Saft-Mineralwasser-Mixgetränken 1:1 – was einen höheren Zuckergehalt zur Folge hat. So enthalten „fritz - spritz Bio - Traubensaftschorle“ und die „Bio Shorly Rote Früchte“ von Capri Sonne jeweils mehr als sieben Prozent Zucker.

„Wasser mit Geschmack“ teils ohne Zucker

Bei den Near-Water-Getränken (quasi Wasser mit Geschmack) gibt es einige wenige, die komplett ohne Zucker und Süßstoffe auskommen, so etwa „Bad Liebenwerda Spritzig + Citro“, „Apollinaris Lemon“ und die verschiedenen Sorten „Pfanner Pure Tea - Grüner, Schwarzer, Alpenkräuter und Früchte-Tee“. In „Vöslauer Balance“ sind je nach Geschmacksrichtung zwischen 4,1 und 4,6 Gramm Zucker pro 100 Milliliter.

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Es geht auch so: Sechs Testprodukte waren ganz ohne Zucker oder Süßstoff

Die Limonaden und Kracherl mit dem wenigsten enthaltenen Zucker sind die „Bionade“-Sorten Ingwer-Orange, Litschi, Holunder und Kräuter sowie „Lemonaid“ Maracuja und Limette. Sie enthalten zwischen 4,3 und sechs Gramm Zucker pro 100 Milliliter. Zum Vergleich: In der gleichen Menge Almdudler sind immer noch acht Gramm Zucker, in Coca-Cola 10,6 Gramm Zucker pro 100 Milliliter.

Kennzeichnung nach Ampelsystem gefordert

Nur 55 der getesteten Getränke sind laut Foodwatch zuckerfrei. Von diesen enthielten aber 89 Prozent Süßstoffe (49 Produkte), was ebenfalls problematisch sein könne. Foodwatch forderte eine verbraucherfreundlichere Nährwertkennzeichnung mit Ampelfarben, eine gesetzliche Beschränkung der an Kinder gerichteten Werbung für die Getränke und eine Zuckerabgabe, die die Getränkeindustrie bezahlen soll.

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