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Regenwald: Roden für Turnschuhe
Bis zum Sommer 2008 wurden laut Greenpeace 74 Millionen Hektar Urwald im brasilianischen Amazonasgebiet vernichtet – das entspricht einem Fünftel der ursprünglichen Größe der Regenwälder. Hauptsächlicher Nutznießer der Rodungen ist die Fleisch- und Lederindustrie, deren Produkte in Turnschuhe, Handtaschen und Fertiggerichte verarbeitet werden. Für die Verbraucher ist die Herkunft von Schuhwerk und Co kaum nachvollziehbar.
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Illegale Rodungen Fleisch und Leder im Wert von 6.9 Milliarden US-Dollar exportierte Brasilien im vergangenen Jahr, Tendenz steigend. Die tierischen Lieferanten dieser Exportgüter grasen hauptsächlich auf ehemaligem Urwaldboden, sagt Greenpeace-Sprecher Niklas Schinerl:
"Einer der Hauptursachen warum der Amazonas abgeholzt wird, ist, weil dort die Rinderindustrie angesiedelt worden ist, weil sie dort billige Weideflächen hat, und weil dort auch nicht kontrolliert wird, unter welchen Arbeitsbedingungen die Menschen dort die Rinderzucht betreiben."
Die Abholzung des Regenwalds wird anscheinend ebenfalls nicht kontrolliert – Greenpeace zufolge waren rund 90 Prozent der Rodungen in den vergangenen Jahren illegal. Mit dem Regenwald verschwindet ein wichtiger CO2-Speicher. Brasilien unterstützt die Landwirtschaft derzeit mit Krediten in Höhe von 49 Milliarden US-Dollar.
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Bündner Fleisch aus dem Urwald Das Fleisch wird hauptsächlich in andere südamerikanische Länder exportiert, allerdings gibt es auch in Europa große Abnehmer. In Großbritannien etwa wird Rindfleisch aus dem Urwald in Fertiggerichten verarbeitet, und Recherchen des Schweizer Fernsehens zufolge soll selbst das berühmte Bündnerfleich nicht immer von glücklichen Almkühen stammen. Und in Österreich:
"Bei uns haben wir untersucht, ob das Rinderfelsich in den Regalen landet. Wir haben bis jetzt Gott sei Dank noch nichts gefunden, wir recherchieren aber weiter und halten die Augen offen", so Schinerl.
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Leder: Von Brasilien über China nach Europa In großen Mengen gelangt jedoch dafür brasilianisches Leder nach Europa, und somit auch nach Österreich. Wenn auch meist mit einem großen Umweg, sagt der Greenpeace-Sprecher: "Da gibt es zwei Abnehmer-Länder, die ganz weit vorne sind. Das ist erstens China: China alleine produziert circa 50 Prozent der Turnschuhe weltweit. Das heißt, große Marken wie Nike, wie Reebok, wie Timberland, wie Adidas, die in China produzieren, beziehen ihr Leder aus der Rinderzucht im Amazonas."
Ein weiterer großer Abnehmer ist die lederverarbeitende Industrie in Italien. Die Herkunft des Leders ist für den Konsumenten nicht ersichtlich, sagt Niklas Schinerl. Allerdings hätten zumindest Adidas und Nike in den deutschsprachigen Ländern in der Angelegenheit Gesprächsbereitschaft signalisiert. Bis dahin rät der Umweltschützer zu Konsumenten-Aktivismus: "Per Mail, per Anruf einmal zu sagen, ja, ich mag eure Produkte, allerdings, ich möchte nicht, dass sie aus der Rinderzucht Amazoniens kommen, und damit der Klimawandel vorangetrieben wird."
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