04.10.2008
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Plasmafernseher sind Stromfresser
Wird ein neues Küchengerät gekauft, etwa ein Kühlschrank, achten die meisten Konsumenten penibel darauf, wie viel Strom das Gerät verbraucht. In die Auswahl kommen dann nur die wirklichen Sparmeister. Bei der Unterhaltungselektronik hört das Umweltbewusstsein aber auf. Mit erschreckenden Folgen: Einer Studie des Münchner Fraunhofer Instituts zufolge wird sich der Stromverbrauch durch Fernseher bis 2010 in Europa verdoppeln. Mit schuld sind auch die neuen, flachen Plasma- und LCD-Geräte.
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Plasmafernseher = sieben Kühlschränke Die Zahlen sind eindeutig: Ein altes Fernsehgerät mit Röhre und 76 cm Bildschirmdiagonale verbraucht 176 Kilowattstunden im Jahr. Ein neuer, größerer Plasmabildschirm bringt es auf 730 Kilowattstunden. Zum Vergleich: Gute Kühlschränke verbrauchen zwischen 100 und 200 Kilowattstunden – trotz Dauerbetriebs. Mit dem Strom, den ein einziger Plasmafernseher verbraucht, könnte man also bis zu sieben Kühlschränke gleichzeitig betreiben. Viele Konsumenten gehen aber vom Gegenteil aus: Sie glauben, mit einem modernen Plasmaschirm auch weniger Strom zu verbrauchen, sagt Paul Srna vom Verein für Konsumenteninformation: "Die 66 oder 72 cm Bildschirm-Röhre wird üblicherweise durch 90, 100 oder 110 cm Flachbildschirme ersetzt. Die größere Diagonale und mehr Elektronik brauchen einfach mehr Strom. Das heißt, hier ersetzt man - im Gegensatz zur Weißware - ein altes, wenig energiesparendes Gerät durch ein energiesparendes, das im Endeffekt aber mehr Strom verbraucht."
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Energieverbrauch wird nicht angegeben Ein Label, das wie bei Kühlschränken den Energieverbrauch mit Buchstaben angibt, sucht man bei Unterhaltungselektronik vergebens. Eine solche Kennzeichnung hat es vor vielen Jahren einmal gegeben, sie hat sich aber nicht durchgesetzt, sagt Srna: "Mit den Zeiten der Fernbedienung und des Standbys hat sich das weitgehend leider aufgehört. Und damit ist auch der Stromverbrauch aus dem Fokus der Verbraucher in diesem Bereich verschwunden."
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Angaben im Prospekt unzureichend Der einzige Anhaltspunkt, den Konsumenten in punkto Stromverbrauch eines Fernsehers zum Beispiel, findet sich in den Prospekten und Betriebsanleitungen. Das sind aber nur wenig präzise Angaben, weil der Stromverbrauch auch vom Betriebszustand abhängt: "Das heißt beim Fernsehgerät nicht nur wie laut man hört, sondern auch wie hell man das Gerät aufdreht. Bei Tageslichtbetrieb wird das Gerät mehr Strom verbrauchen, weil man Helligkeit und Kontrast stärker aufdreht, als im abgedunkelten Raum."
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Standby-Verbrauch bei Plasma-TV vernachlässigbar Derzeit gibt es keine Bestrebungen ein Energielabel für Fernseher & Co einzuführen. Die EU plant nur, den Standby-Verbrauch auf den Geräten anzugeben. Der ist aber nicht wirklich das Hauptproblem und vernachlässigbar, sagt der VKI-Experte. Denn die neuen Plasmafernseher verbrauchen im Betrieb deutlich mehr Strom als die alten Röhrengeräte, im Standby hingegen saugen sie weniger: "Über 24 Stunden gerechnet heißt das also, dass die neuen Geräte mit dem geringen Standby-Verbrauch im Endeffekt deutlich mehr Strom verbrauchen, als die alten "heißen" Röhrengeräte", sagt Srna. An einem eigenen Energielabel für Unterhaltungselektronik wird also früher oder später kein Weg vorbeiführen.
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